In Italien erfolgte eine Festnahme von zwei Individuen, unter ihnen ein früherer Angestellter der nationalen Nachrichtendienste. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, werden die Verhafteten verdächtigt, für Russland spioniert zu haben. Den Ermittlungen der Polizei zufolge sollen sie vertrauliche Informationen, die sie unter anderem von aktiven Soldaten erhielten, an russische Geheimdienste übermittelt haben.
Einer der Festgenommenen sei ein 59-jähriger italienischer Staatsbürger. Dieser habe Kontakt zu einem mutmaßlichen Agenten der russischen Geheimdienste aufgenommen, der in Italien diplomatische Immunität genoss.
Der Italiener soll Details “über sechs Quellen, darunter vier aktive Soldaten in Positionen mit einem hohen Grad an Geheimhaltungsstufe,” weitergegeben haben. Als Gegenleistung habe er einen nicht näher bezifferten Geldbetrag erhalten. Informationen über die zweite festgenommene Person wurden nicht veröffentlicht.
Verteidigungsminister Guido Crosetto äußerte Dank an die Polizei für ihre Ermittlungsarbeit, die er als ebenso komplex wie heikel beschrieb. Es dürfe keine Toleranz gegenüber jenen geben, die die nationale Sicherheit gefährden, insbesondere wenn es sich um Personen in verantwortungsvollen Positionen handelt.
Bereits im Januar 2024 hatte ein Schwurgericht in Rom den italienischen Offizier Walter Biot zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er war Ende März 2021 auf frischer Tat ertappt worden, als er geheime militärische Informationen an Russland weitergab.
Weiterführendes – Zwei Männer unter Spionageverdacht für Russland in Rom festgenommen