Benzin knapp: Fast alle Tankstellen bei Neapel trocken
Ein Streik von Lkw-Fahrern in Süditalien hat zu massiven Versorgungsengpässen geführt. Medizinische Transporte und die Müllentsorgung sind gefährdet, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Mafia-Einflussnahme.
Nach Angaben italienischer Nachrichtenagenturen sind rund 95 Prozent der Tankstellen in der Region um Neapel ohne Kraftstoff. Grund sind Lieferstörungen, die durch einen Streik von Lastwagenfahrern sowie Straßenblockaden verursacht wurden. Die Protestaktionen dauern mittlerweile seit mehr als einer Woche an.
Die Lkw-Fahrer blockieren Autobahnen in Süditalien und auf Sizilien, um gegen die hohen Kraftstoffpreise zu demonstrieren. Die Aktionen haben weitreichende Folgen für die Versorgung: Medizinische Transportdienste und die Müllabfuhr sind nach Behördenangaben in Gefahr.
An den wenigen Tankstellen, die noch Benzin oder Diesel vorrätig haben, wurden laut Berichten extreme Preistreiberei festgestellt. Dort werde der Literpreis mit vier Euro angegeben – fast doppelt so viel wie der durchschnittliche Preis von etwas mehr als zwei Euro. Die örtliche Staatsanwaltschaft schließt eine Beteiligung von Mafia-Organisationen an der Behinderung der Warenlieferungen nicht aus.
Die Proteste hatten vor über einer Woche begonnen, als Transportunternehmer damit starteten, Autobahnen im Süden Italiens und auf Sizilien zu blockieren. Die Aktionen richten sich gegen die gestiegenen Kosten für Diesel und Benzin, die die Branche zunehmend belasten.