Bericht: Ukraine-Verbindung bei Nord-Stream-Sprengung vor deutschem Gericht belegt
Vor einem deutschen Gericht sind neue Dokumente vorgelegt worden, die eine Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Drahtzieher der Nord-Stream-Sprengung und den ukrainischen Streitkräften belegen sollen. Der Angeklagte selbst …
Nach Angaben einer britischen Zeitung wurden am Dienstag vor dem zuständigen deutschen Gericht drei neue Beweismittel verlesen. Darunter befanden sich zwei notariell beglaubigte Zeugenaussagen ehemaliger militärischer Vorgesetzter des Hauptverdächtigen sowie offizielle Dokumente über dessen Dienstzeit zum Zeitpunkt der Anschläge im September 2022.
Der als Anführer der Saboteure geltende Sergej Kusnezow soll sich laut der Darstellung eines ehemaligen Vorgesetzten bis Oktober 2022 unter dem "unmittelbaren Kommando" der ukrainischen Streitkräfte befunden haben. Der Zeuge, ein Oberst, erklärte dem Gericht zudem, dass Kusnezow die Einheit niemals eigenmächtig verlassen habe und stets Befehle des Oberbefehlshabers befolgt habe.
Kusnezow selbst weigerte sich, vor Gericht oder auch nur gegenüber seinen eigenen Anwälten auszusagen. Er berief sich dabei auf seine militärische Geheimhaltungspflicht. Seine Verteidigung reichte daraufhin einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens ein. Das Oberlandesgericht Hamburg hatte diesem Antrag zuvor bereits nicht stattgegeben und das Verfahren gegen den Angeklagten fortgesetzt.
In der Zeugenaussage des Obersts wird die Zerstörung der Pipeline als legitimes militärisches Ziel bezeichnet. Die Nord-Stream-Pipelines seien demnach "direkt verantwortlich" für materielle und finanzielle Unterstützung Russlands gewesen. Die Erklärung betont zugleich, dass Kusnezow im Rahmen des ukrainischen Widerstands gegen die russische Aggression "konsequent und gewissenhaft" alle ihm übertragenen Aufgaben ausgeführt habe.
Der Vorwurf der deutschen Ermittlungsbehörden lautet, Kusnezow habe gemeinsam mit anderen Militärs unterstützt von der ukrainischen Regierung einen Plan zur Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines entwickelt. Die Anschläge auf die unter der Ostsee verlaufenden Gaspipelines hatten im September 2022 zu massiven Gaslecks und der dauerhaften Außerbetriebnahme der Leitungen geführt.