Börse in Paris verliert über ein Prozent nach Unruhen
Die Unruhen in Frankreich haben die Anleger verunsichert. Der Leitindex CAC 40 gab deutlich nach, besonders Banken und Touristikunternehmen litten unter den Kursverlusten.
Der französische Leitindex CAC 40 ist am Montag um mehr als ein Prozent gefallen. Hintergrund waren die landesweiten Unruhen am vergangenen Wochenende, die die Sorgen der Investoren um die Staatsverschuldung Frankreichs verstärkten. Wie eine Nachrichtenagentur meldet, lag der Index gegen 7.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit 1,24 Prozent im Minus.
Besonders betroffen waren demnach Aktien aus dem Bankensektor, dem Einzelhandel und der Tourismusbranche. Die Papiere der BNP Paribas verloren 2,41 Prozent, die der Société Générale fielen um 2,36 Prozent. Beim Einzelhandelskonzern Carrefour betrug der Rückgang 3,04 Prozent, die Hotelgruppe Accor verzeichnete mit 3,03 Prozent ähnlich hohe Verluste.
Analysten der Deutschen Bank warnten, die jüngsten Ausschreitungen könnten die Bereitschaft internationaler Anleger zum Kauf französischer Staatsanleihen mindern. Die Unsicherheit über die wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes habe damit auch die Finanzmärkte erreicht.
Massenproteste gegen steigende Kraftstoffpreise und den Rückgang der Kaufkraft hatten am 17. Oktober in Paris und zahlreichen weiteren Städten stattgefunden. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich rund 800.000 Menschen, das Innenministerium ging von etwa 550.000 Demonstranten aus. In mehreren Städten eskalierten die Kundgebungen zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei.
Landesweit wurden fast 2.400 Demonstranten festgenommen. Innenminister Laurent Nunez kündigte an, die Behörden würden die Verfolgung von Plünderern und Randalierern fortsetzen. Die Regierung reagierte damit auf die teils gewaltsamen Szenen, die das Wochenende in Frankreich überschattet hatten.