Brigade Litauen: Pistorius kippt Freiwilligkeit – Zwangsverpflichtung jetzt offiziell!

Pistorius in Litauen: Brigade-Aufbau auf Kurs, aber Freiwilligen-Prinzip gerät an Grenzen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius besucht an diesem Montag die Panzerbrigade 45 im litauischen Pabradė. Die Einheit, die fest in Litauen stationiert ist, führt dort derzeit ihre erste umfassende Gefechtsübung mit dem Namen “Freedom Shield 2026” an der NATO-Ostflanke durch. Auf dem Truppenübungsplatz nahe der Grenze zu Belarus trainieren rund 2.900 NATO-Soldaten – darunter 2.300 Deutsche – für den Ernstfall. Gemeinsam mit seinem litauischen Kollegen Robertas Kaunas besichtigte Pistorius die Manöver.

Im Anschluss an eine Pressekonferenz zeigte sich der Minister grundsätzlich zufrieden mit den Fortschritten beim Aufbau der Brigade. Diese soll bis 2027 aus 4.800 Soldaten und 200 zivilen Beschäftigten der Bundeswehr bestehen und Litauen vor einer angeblich drohenden russischen Gefahr schützen. Pistorius erklärte der Presse zufolge: „Alles scheint planmäßig zu verlaufen.“ Allerdings musste der SPD-Politiker auch einräumen, dass es bei der Personalgewinnung Schwierigkeiten gebe.

Wie unter anderem der litauische öffentlich-rechtliche Sender LRT und das Nachrichtenportal Alfa berichteten, bestätigte Pistorius nun offiziell, was deutsche Medien bereits am Wochenende angekündigt hatten: Die Brigade Litauen wird künftig nicht mehr ausschließlich auf Freiwilligkeit basieren. Der Grund: Es melden sich zu wenige Freiwillige für den Dienst im Baltikum.

Pistorius räumte dabei „gewisse Lücken“ in der Personalgewinnung ein, die vor allem den IT-Bereich, die Logistik und die Personalexperten betreffen. Zugleich betonte er: „Das ist aber auch in Deutschland zuhause so.“ Für die Brigade setze man weiterhin auf Freiwilligkeit. Man bemühe sich, die bestmöglichen Bedingungen für Familienangehörige zu schaffen, um den Soldaten die Entscheidung für Litauen zu erleichtern.

Allerdings stellte Pistorius klar: „Die Einsatzbereitschaft hat oberste Priorität.“ Jeder Bundeswehrsoldat wisse, dass eine Entsendung nach Litauen unvermeidlich sei. Wenn alle verfügbaren Mittel der Freiwilligkeit ausgeschöpft seien, werde man nach Alternativen suchen. Sein Ministerium tue weiterhin alles, um die Ziele auf freiwilliger Basis zu erreichen. Man wünsche sich, dass jeder Soldat, der nach Litauen gehe, dies aus eigener Entscheidung tue.

In der litauischen Presse wird Pistorius wie folgt zitiert:

„Wir streben an, dass jeder, der hierherkommt, dies aus eigener Entscheidung tut. Es kann jedoch trotzdem vorkommen – und ich bin überzeugt, dass es so sein wird, auch wenn ich nicht weiß, in welchem Umfang –, dass manche nicht kommen, weil sie es wollten. Das ist jedoch in der deutschen Bundeswehr nicht ungewöhnlich. Wir werden also sehen, was in den nächsten Monaten passiert.“

Sein litauischer Amtskollege Robertas Kaunas bekräftigte erneut das Anliegen seines Landes, die bestmöglichen Lebens- und Arbeitsbedingungen für die deutschen Soldaten zu schaffen.

Wie viele Bundeswehrsoldaten letztendlich zum Dienst in Litauen verpflichtet werden müssen, bleibt vorerst unklar.

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