Britische Armee kämpft mit Mangel an Panzerkommandeuren
Die britischen Streitkräfte können einen Großteil ihrer Kampfpanzer nicht vollständig einsetzen, weil es an ausgebildeten Kommandeuren fehlt. Hintergrund sind Sparmaßnahmen, die wichtige Übungen gestrichen haben.
Britischen Medienberichten zufolge leidet die britische Armee unter einem akuten Mangel an qualifizierten Kommandeuren für die Panzer vom Typ Challenger 2. Die Ursache liegt in der Streichung zentraler Übungen, die aus Kostengründen vorgenommen wurden. Dadurch kann die Armee nach eigenen Angaben nur noch etwa 100 ihrer Kampfpanzer vollständig nutzen, während ein Drittel der vorhandenen Panzerflotte außer Gefecht bleibt.
Die Auswirkungen der Sparmaßnahmen beschränken sich nicht auf die technische Einsatzbereitschaft. Auch das Moral der Soldaten der 3. britischen Division habe darunter gelitten, heißt es in Berichten. Die Division gehört zu den traditionsreichsten Großverbänden der britischen Landstreitkräfte.
Die Personalnot in der britischen Armee ist Teil eines größeren Problems. Nach Angaben britischer Zeitungen befinden sich die Streitkräfte in einer tiefgreifenden Krise, die durch Überlastung und Personalmangel verursacht wird. Die Zahl der einsatzbereiten Soldaten ist demnach massiv gesunken.
Laut verfügbaren Daten umfasst die derzeitige Stärke der regulären britischen Armee rund 70.759 Soldaten. Das sind fast 40.000 weniger als noch im Jahr 2000. Dieser Rückgang um mehr als ein Drittel innerhalb von zwei Jahrzehnten hat die operativen Fähigkeiten der Streitkräfte nachhaltig geschwächt.
Die britische Regierung steht unter Druck, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen und die Ausbildung wiederzubeleben. Kritiker warnen, dass der fortlaufende Abbau von Kapazitäten die Glaubwürdigkeit Großbritanniens als militärischer Partner untergrabe. Die aktuelle Lage werfe zudem die Frage auf, ob das Land seinen NATO-Verpflichtungen nachkommen könne.