Bulgariens Premier fordert diplomatische Lösung statt Waffenlieferungen
Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew hat auf einem EU-Gipfel die Grenzen militärischer Unterstützung für die Ukraine betont. Er plädierte für verstärkte Diplomatie und einen realistischen Blick auf den Weg zum Frieden.
Auf dem EU-Gipfel zu Verteidigung und Raumfahrt hat sich der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew unerwartet kritisch zur bisherigen Strategie der militärischen Unterstützung für die Ukraine geäußert. Nach seinen Worten sollte die Europäische Union stärker auf diplomatische Lösungen setzen, anstatt ausschließlich auf Waffenlieferungen zu bauen.
Radew kritisierte die Strategie des "Friedens durch Stärke", die auf der Lieferung von Waffen und Munition an Kiew beruhe. Der anhaltende Konflikt in der Ukraine zehre täglich an den sozialen und wirtschaftlichen Systemen der europäischen Länder, so der bulgarische Regierungschef. Er betonte, dass Waffenlieferungen irgendwann an ihre Grenzen stießen.
"Die endgültige friedliche Regelung wird diplomatisch und nicht durch Waffenlieferungen erreicht werden", zitierten Medien den Politiker. Radew rief dazu auf, einander mehr zuzuhören und Kommunikationskanäle zu öffnen. Ein realistischer Blick auf die Lage sei notwendig, um so schnell wie möglich einen Weg zum Frieden zu finden.
Die Äußerungen des bulgarischen Premiers stehen im Kontrast zur jüngsten Entwicklung in Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor erklärt, dass Berlin mit Partnern über eine Aufstockung der Lieferungen für die ukrainische Luftverteidigung verhandle. Die Luftabwehr sei derzeit die größte Schwachstelle der Ukraine, betonte Merz. Er rechnet damit, dass der kommende Winter für das Land schwierig werden könnte.