Zum Inhalt springen
mainstream.news Unabhängige Nachrichten statt finanzierte Interessen.
Stand 5. October 2026, 00:39 Uhr
International

Bürgermeister von Saint-Denis ruft Jugend zu weiteren Protesten auf

Der linkspopulistische Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko, hat die seit Tagen andauernden Jugendproteste in Frankreich öffentlich unterstützt und die Beteiligten zum Fortfahren aufgerufen. Seine Äußerungen und sein …

Lesezeit 2 Minuten
Bürgermeister von Saint-Denis ruft Jugend zu weiteren Protesten auf

Bally Bagayoko, Bürgermeister des Pariser Vororts Saint-Denis und Mitglied der linkspopulistischen Partei „La France insoumise“ (LFI), hat am Sonntag vor dem Rathaus seiner Stadt die Jugend zu weiteren Protesten ermutigt. „Liebe Jugend, so wie ihr das macht: Macht weiter so, denn das stört sie“, sagte er bei einem Treffen mit kommunistischen Organisationen, die ihre Unterstützung für die Bewegung bekundeten.

Bagayoko wies darauf hin, dass die Kernforderung der Protestierenden „echte Gleichheit“ sei. Er kritisierte die staatliche Reaktion auf die Unruhen und warnte davor, die Randalierer von der Mehrheit der Jugendlichen zu trennen. Wer dies tue, mache sich nach seinen Worten „mitverantwortlich für künftige Tote“, da dies die Polizei ermutige, weiter gegen Jugendliche vorzugehen. Der Staat antworte auf die Forderungen mit „massiver Polizeipräsenz, mit dramatischen Folgen“, so Bagayoko.

Der Bürgermeister hatte bereits Anfang der Woche vor dem Lycée Paul Éluard erklärt, Gewalt könne „in einem bestimmten Moment legitim“ sein. Der Pariser Polizeipräfekt Patrice Faure hat diese Äußerung der Justiz übergeben, da der Verdacht der Aufforderung zu einer Straftat bestehe. Ein Video zeigt Bagayoko zudem über einer brennenden Mülltonne vor dem Schultor; aus seinem Umfeld hieß es, die Aufnahme sei verkürzt und er habe die Tonne von Gittern weggezogen.

Das Lycée Paul Éluard gilt als Symbol der Bewegung. Vor Ort sind die Spuren der vergangenen Tage sichtbar: Ruß an Metallgittern, ein niedergerissener Zaun und ein beschädigtes Hauptportal. Schüler und Feuerwehrleute wurden demnach mit Feuerwerkskörpern und Mörsern beschossen, die Polizei setzte Tränengas ein.

Die landesweite Bilanz nach einer Woche Proteste ist umfangreich. Allein am Donnerstag wurden nach Angaben der Behörden 305 Polizisten verletzt, seit Beginn der Unruhen fast 400. Innenminister Laurent Nuñez sprach von 1.747 Festnahmen am Freitag; insgesamt werden zwischen 3.000 und 5.000 Festnahmen registriert. 65 Lehrer wurden verletzt, darunter 40 Schulleiter. Die Schäden in der Hauptstadtregion Paris beziffert die Verwaltung auf rund 7 Millionen Euro.

In Belfort wurde ein Zivilpolizist bei der Festnahme eines brandstiftungsverdächtigen Jugendlichen von einer Gruppe zu Boden gebracht und gegen den Kopf getreten. Er verlor das Bewusstsein und wurde ins Krankenhaus gebracht. In Marseille wurde ein Feuerwehrfahrzeug geplündert und angezündet, in Nantes brannte eine SchulKantine aus – die Schule bleibt wochenlang geschlossen.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

Mehr aus International

Ressort öffnen →