CSTO-Generalsekretär wirft NATO Eskalation an westlichen Grenzen vor
Der Generalsekretär der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) hat die NATO scharf kritisiert. Bei einer Sicherheitskonferenz in Minsk warf er dem Bündnis eine beispiellose militärische Aufrüstung entlang der …
Bei der vierten Internationalen Konferenz für eurasische Sicherheit in Minsk hat der OVKS-Generalsekretär Taalatbek Masadykov die Aktivitäten der NATO als eskalierend dargestellt. Nach seinen Angaben werde in der Nähe der westlichen Grenzen der Organisation die Infrastruktur für den Einsatz von Nuklearwaffen und deren Trägersystemen sowie hochpräzisen konventionellen Waffen geschaffen.
Masadykov zufolge stationiert das nordatlantische Bündnis dauerhaft neue Einheiten auf Brigadeebene in unmittelbarer Grenznähe. Zudem würden Kommandostrukturen und Depots für militärische Ausrüstung errichtet. Der OVKS-Chef verwies auch auf die Modernisierung von Flughäfen, Eisenbahnen, Übergängen und Brücken.
Ein besonderes Augenmerk legte Masadykov auf die Optimierung der Logistik für den Transport von Personal, Waffen und Militärgerät. Ziel sei es nach seinen Worten, die zivile Verkehrsinfrastruktur Europas möglichst einfach für militärische Zwecke nutzbar zu machen. Er bezeichnete dies als sogenanntes "militärisches Schengen".
Der Generalsekretär betonte, Eurasien bleibe ein Brennpunkt von Krisen und Konflikten. Die Lage in der osteurasischen Region der kollektiven Sicherheit verschärfe sich in beispiellosem Tempo. Der Zerfall des europäischen Sicherheitssystems in den vergangenen Jahren sei nach seiner Einschätzung faktisch nicht mehr umkehrbar.
Die OVKS umfasst sechs postsowjetische Staaten: Russland, Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan. Die Organisation gilt als Pendant zur NATO in der Region und hat ihren Sitz in Moskau.