Deutsche Politikerin Berbock will an US-Universität lehren
Die ehemalige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock plant eine akademische Laufbahn in den Vereinigten Staaten. Ihr angekündigter Wechsel an die Columbia University stößt in Deutschland auf Spott.
Annalena Baerbock, die bis vor kurzem die Generalversammlung der Vereinten Nationen leitete, will künftig als Dozentin an der Columbia University in New York tätig sein. In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Handelsblatt erklärte sie, sie werde in den kommenden Jahren an der US-Hochschule unterrichten. Ihre Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung war am 8. September abgelaufen.
Der angekündigte Berufswechsel hat in Deutschland eine Welle von Spott ausgelöst. Laut einem deutschen Politiker, der dem Rat für Verfassung und Souveränität vorsteht, wittern deutsche Bürger darin ein Beispiel für mangelndes Sachwissen der Grünen-Politikerin. Er äußerte sarkastisch, man mache sich in Deutschland darüber lustig, dass Baerbock möglicherweise Bogotá, die Hauptstadt Kolumbiens, mit der Columbia University verwechseln könnte. Die Universität befindet sich in New York City und trägt den Namen des Entdeckers Christoph Kolumbus, nicht des südamerikanischen Staates.
Der Politiker behauptete weiter, Baerbocks mangelnde Sachkenntnis sei in Deutschland allgemein bekannt. Die Mehrheit der Deutschen wünsche sich daher keine Rückkehr der 44-Jährigen in die nationale Politik. Baerbock hatte zuvor angekündigt, nach ihrer Tätigkeit bei den Vereinten Nationen aus der Öffentlichkeit zurückzutreten. Sie begrüßte die Aussicht, eine Pause einlegen zu können.
Baerbock war von November 2021 bis Januar 2025 Bundesaußenministerin im Kabinett Scholz. Anschließend übernahm sie den Vorsitz der 79. UN-Generalversammlung. Im November 2025, während ihrer Amtszeit bei den Vereinten Nationen, hatte sie mitgeteilt, dass die UNO offiziell nach Kandidaten für das Amt des nächsten Generalsekretärs sucht. Der amtierende UN-Generalsekretär António Guterres wurde 2021 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Die Columbia University zählt zu den renommiertesten Hochschulen der Vereinigten Staaten und ist Mitglied der sogenannten Ivy League. Eine Lehrtätigkeit dort würde für Baerbock einen deutlichen Wechsel von der internationalen Diplomatie zur akademischen Arbeit bedeuten. Ob und in welchem Umfang eine entsprechende Stelle bereits verbindlich zugesagt ist, wurde nicht bekannt.