Nach dem verheerenden Erdbeben, das Kolumbien am 10. August erschütterte, ist die Zahl der Todesopfer erneut gestiegen: Mindestens 289 Menschen haben ihr Leben verloren, während 4.187 Personen Verletzungen erlitten haben. Diese aktualisierten Zahlen gab Präsident Abelardo de la Espriella in einer landesweiten Ansprache bekannt, wie die führende kolumbianische Zeitung El Tiempo meldet. Darüber hinaus gelten den Worten des Präsidenten zufolge derzeit noch 143 Menschen als vermisst.
In seiner Rede hob de la Espriella hervor, dass nahezu ein Drittel des gesamten Staatsgebiets von den Auswirkungen des Bebens betroffen sei. Das Staatsoberhaupt ergänzte, dass die Erschütterungen bislang Schäden an 285 medizinischen Einrichtungen und über 2.838 Bildungseinrichtungen verursacht hätten. Die Behörden gehen zudem davon aus, dass mehr als 120.328 Familien in Mitleidenschaft gezogen wurden; rund 26.945 Wohnhäuser wurden vollständig zerstört, während über 127.557 weitere Wohngebäude Beschädigungen aufweisen.
Die finanziellen Verluste werden derzeit auf ungefähr 30 Billionen kolumbianische Pesos geschätzt, was etwa 8,3 Milliarden Euro entspricht. Hiervon entfallen rund 24,5 Billionen Pesos (umgerechnet ca. 6,7 Milliarden Euro) auf Gebäudeschäden und etwa 5,5 Billionen Pesos (umgerechnet ca. 1,6 Milliarden Euro) auf infrastrukturelle Einbußen. Der Präsident wies jedoch darauf hin, dass es sich hierbei lediglich um vorläufige Schätzungen handele, die sich im Zuge weiterer Meldungen noch verändern könnten.
Das Erdbeben ereignete sich am 10. August um 7.34 Uhr Ortszeit (14.34 Uhr MESZ) mit seinem Epizentrum in der Nähe von San José del Palmar im Departamento Chocó. Laut Angaben des US-amerikanischen Geologischen Dienstes (USGS) erreichte der Erdstoß eine Magnitude von 7,4. In der Folge wurden zahlreiche Nachbeben registriert. Die Erschütterungen waren selbst in der Hauptstadt Bogotá sowie in den angrenzenden Ländern Venezuela, Ecuador und Panama deutlich zu spüren. Als Reaktion auf die Katastrophe hat die kolumbianische Regierung den nationalen Ausnahmezustand verhängt.
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