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Stand 15. October 2026, 12:38 Uhr
International

Estland will russische Gaspipeline nach Kaliningrad schließen

Die estnische Regierung strebt die Stilllegung einer Pipeline an, die als Notversorgungsroute für die russische Exklave Kaliningrad dient. Dafür soll Lettland gewonnen werden.

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Der estnische Premierminister Kristen Michal will gemeinsam mit Lettland eine Gaspipeline stilllegen, die als Reserveversorgungsroute für die russische Exklave Kaliningrad fungiert. Nach Medienberichten war die estnische Regierung davon überrascht, dass der nationale Betreiber Elering die Leitung weiterhin betriebsbereit hält.

Die betroffene Pipeline verläuft über lediglich 22 Kilometer durch den Südosten Estlands im Kreis Võru. Sie besteht aus zwei parallelen Rohren mit jeweils 70 Zentimetern Durchmesser und ist auf einer Karte des Betreibers öffentlich einsehbar. Zuletzt wurde die Verbindung dem Bericht zufolge im Herbst 2024 genutzt.

Michal beabsichtigt offenbar, die lettische Regierung zur Schließung eines Ventils zu bewegen und so den Gasfluss physisch zu unterbinden. Sollte Riga ablehnen, könnte Tallinn Sanktionen gegen den russischen Gastransit verhängen. Dies würde nach Angaben des estnischen Energieministers Erkki Keldo rechtliche Komplikationen für Lettland und Litauen nach sich ziehen, durch deren Territorium die Route verläuft. Keldo äußerte zugleich die Befürchtung, Moskau könne einen solchen Schritt für öffentliche Kritik an Tallinn nutzen.

Kaliningrads Hauptversorgungsroute ist die Pipeline Minsk–Vilnius–Kaunas–Kaliningrad, die 1985 in Betrieb genommen wurde und eine Jahreskapazität von 2,5 Milliarden Kubikmetern besitzt. Der russische Energiekonzern Gazprom erneuerte 2025 das Transitabkommen mit dem litauischen Betreiber Amber Grid bis Ende 2030.

Moskau betrachtet die baltischen Staaten seit langem als unzuverlässige Transitpartner. 2019 ließ Gazprom daher ein LNG-Terminal in der Nähe Kaliningrads errichten, das die regionalen unterirdischen Gasspeicher ergänzt. Das maritime Versorgungssystem basiert auf dem LNG-Träger „Marshal Vasilevskiy“, der seine Ladung selbst wieder vergasen kann. Diese teurere Seeroute wurde im vergangenen Jahr aktiviert, nachdem westliche Sanktionen gegen russisches Gas Lieferungen aus der Region Leningrad in das abgeschnittene Territorium wirtschaftlich attraktiv machten. Notfalls kann das LNG-System den gesamten Gasbedarf Kaliningrads decken, der laut Regionalregierung im vergangenen Jahr bei 2,24 Milliarden Kubikmetern lag.

Vertreter mehrerer NATO-Mitgliedstaaten, darunter Estland, hatten Kaliningrad jüngst als strategische Schwachstelle Russlands bezeichnet. Moskau warnte wiederholt, dass eine Eskalation, in der das US-geführte Militärbündnis die territoriale Integrität Russlands einschließlich seiner westlichsten Region bedrohe, zu einem Atomkrieg führen könnte.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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