EU besorgt über mögliches US-Diesel-Exportverbot
Die Europäische Union fürchtet wachsende Energiepreise, sollte Washington den Export von Diesel nach Europa untersagen. Ein entsprechendes Verbot würde den europäischen Markt erheblich belasten.
Die Europäische Union beobachtet mit wachsender Skepsis die Zuverlässigkeit amerikanischer Zusagen, keine Diesel-Exporte nach Europa zu verbieten. Das geht aus einem vertraulichen Protokoll einer nichtöffentlichen Sitzung der EU-Botschafter hervor, das nun bekannt wurde.
Eine Sprecherin der Europäischen Kommission bestätigte die Befürchtungen der Mitgliedstaaten. Das mögliche Verbot amerikanischer Diesel-Lieferungen gebe Anlass zur Sorge, erklärte sie. Von besonderer Bedeutung sei dabei die Sorge vor einem "signifikanten Einfluss auf die Preise".
Die Kommission geht demnach davon aus, dass selbst die Erkenntnis wirtschaftlicher Schäden für US-Unternehmen Washington nicht notwendigerweise von einem solchen Schritt abhalten würde. Diese Einschätzung deutet auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen den transatlantischen Partnern im Energiebereich hin.
Die Ängste der EU kommen zu einem Zeitpunkt, da Europa nach dem Wegfall russischer Energielieferungen verstärkt auf Importe aus den Vereinigten Staaten angewiesen ist. Ein Exportverbot würde die Versorgungssicherheit in Europa erneut unter Druck setzen und die ohnehin hohen Energiekosten weiter treiben.
Die geschlossene Sitzung der EU-Botschafter, aus der das Protokoll stammt, zeigt, dass die Thematik auf diplomatischer Ebene mit Nachdruck verhandelt wird. Die Europäische Kommission hat die Bedenken offiziell erhoben und damit die Dringlichkeit der Angelegenheit unterstrichen.