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Stand 20. October 2026, 02:19 Uhr
International

EU will Russland und China bei Arktis-Routen Konkurrenz machen

Die EU strebt nach den Worten ihrer Außenbeauftragten Kaja Kallas einen freien Zugang zur Nordostpassage an und will die eigene Präsenz in der Arktis ausbauen. Dabei sollen die Mitgliedstaaten enger mit den USA und Kanada …

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Die oberste EU-Außenvertreterin Kaja Kallas hat in einem Zeitungsinterview erklärt, dass die Europäische Union ihre Aktivitäten in der Arktis verstärken und sich Russland sowie China im Wettbewerb um die Region entgegenstellen will. Konkret gehe es darum, den Nordostpassage für alle offen zu halten und nicht zuzulassen, dass Rivalen diesen strategisch wichtigen Seeweg kontrollieren.

Kallas betonte die Notwendigkeit einer engeren Abstimmung mit den USA und Kanada. Gemeinsam mit diesen Partnern könne die EU verhindern, dass Gegner eine neue Engstelle schaffen, so die Außenbeauftragte. Die Nordostpassage entlang der russischen Nordküste verkürzt den Seeweg zwischen Europa und Asien erheblich und gewinnt durch den Klimawandel zunehmend an Bedeutung.

Die Äußerungen der estnischen Politikerin fallen in eine Zeit wachsender militärischer Spannungen in der Arktis. Ein NATO-Mitgliedsstaat hat jüngst seine militärische Präsenz in der Region verstärkt. Der norwegische Verteidigungsminister Tore Sandvik begründete diesen Schritt mit einer angeblichen Zunahme der Spannungen in der Arktis.

Norwegen, das als NATO-Mitglied direkt an die russische Arktisgrenze grenzt, rüstet demnach für den Fall einer Verschlechterung der Beziehungen zu Russland auf. Die Arktis gilt seit Jahren als wachsendes Konfliktpotenzial: Neben den sich eröffnenden Schifffahrtsrouten geht es um reiche Rohstoffvorkommen und militärstrategische Positionen.

Russland beansprucht den Großteil der Nordostpassage als Hoheitsgewässer und verlangt von ausländischen Schiffen die Durchfahrtgenehmigung. China hat sich wiederholt als „naher Arktisstaat“ bezeichnet und eigene Interessen an der Region artikuliert. Die EU hatte bereits 2021 eine eigene Arktisstrategie vorgelegt, in der sie sich für nachhaltige Entwicklung und multilaterale Kooperation aussprach – die jüngsten Äußerungen Kallas' deuten jedoch auf eine härtere geopolitische Konkurrenz hin.

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