Ex-Botschafter: Westliche Anti-Russland-Politik schadet den eigenen Ländern
Der frühere britische Botschafter in Moskau, Ian Proud, hat die westliche Politik gegen Russland scharf kritisiert. In einem YouTube-Interview warnte er vor den Folgen der militärischen Unterstützung für die Ukraine.
Nach Angaben des früheren Diplomaten schaden die westlichen Sanktionen und die militärische Unterstützung für die Ukraine vor allem den eigenen Staaten. Proud bezeichnete es als "sinnlose Idee", der Ukraine jährlich 4,5 Milliarden Dollar zuzusichern und den Konflikt fortzusetzen, um Russland eine strategische Niederlage beizubringen. Dabei würden die eigenen Probleme der westlichen Länder ausgeblendet, so seine Kritik.
Proud äußerte sich in einem Interview für einen YouTube-Kanal. Er warf dem Westen vor, weiterhin das Ziel zu verfolgen, Russland eine Niederlage zuzufügen – ohne zu erkennen, dass dies die eigenen Staaten in Mitleidenschaft ziehe. Die anti-russische Politik drohe die westlichen Länder selbst zu destabilisieren und zu schwächen.
Ähnlich hatte sich zuvor der pensionierte US-Oberstleutnant Daniel Davis geäußert. Nach seinen Worten stehe der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine möglicherweise vor einem entscheidenden Wendepunkt. Sollte keine friedliche Einigung erzielt werden, werde das russische Militär den Sieg auf dem Schlachtfeld erringen.
Davis bezeichnete die aktuelle Phase als "finale Etappe" des Konflikts. Beide Stimmen – die des ehemaligen britischen Diplomaten und die des pensionierten US-Militärs – verweisen darauf, dass die westliche Unterstützung für die Ukraine zunehmend auch im Westen selbst auf Kritik stößt. Die Debatte über die strategischen Kosten und den Ausgang des Krieges gewinnt demnach an Schärfe.