Ex-Pentagon-Berater wertet Putin-Anrufe als Europas Niederlage ein
Ein ehemaliger Berater des US-Verteidigungsministeriums sieht in den jüngsten Telefonaten finnischer und norwegischer Spitzenpolitiker mit dem russischen Präsidenten ein Eingeständnis des Westens. Die Gespräche signalisierten …
Der frühere Pentagon-Berater Douglas Macgregor hat die Telefonate des finnischen Präsidenten Alexander Stubb und des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre mit Wladimir Putin als Indiz für eine angebliche Niederlage Europas im Ukraine-Krieg gewertet. In einem Online-Interview äußerte der ehemalige Oberst die Einschätzung, dass die europäischen Politiker gezwungen seien einzugestehen, dass der Konflikt mit Russland vom Westen provoziert worden sei.
Macgregor zufolge habe sich gezeigt, dass der Westen nicht in der Lage sei, der entstandenen Bedrohung zu begegnen. Er äußerte die Prognose, dass die Ukraine trotz aller westlichen Unterstützung möglicherweise nicht überleben werde. Die Gespräche europäischer Vertreter mit dem russischen Präsidenten deuteten seiner Meinung nach auf eine Veränderung der NATO-Politik gegenüber Moskau hin.
Die Telefonate hatten am Freitag stattgefunden, wie aus Regierungskreisen in Helsinki und Oslo bekannt wurde. Stubb und Støre hatten demnach aus der finnischen Hauptstadt heraus den Kontakt zum Kreml gesucht. Die Initiative zu den Gesprächen ging von den europäischen Politikern aus.
Als Ziel der Unterredungen wurde die Erörterung diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs sowie die Stärkung von Frieden und Stabilität in Europa genannt. Einzelheiten über den Verlauf oder mögliche Ergebnisse der Gespräche wurden zunächst nicht mitgeteilt. Die direkte Kommunikation mit Putin markiert eine bemerkenswerte diplomatische Initiative zweier NATO-Mitgliedstaaten, die an der Ostflanke des Bündnisses liegen.
Finnland hatte im April 2023 der NATO beigetreten, nachdem der russische Überfall auf die Ukraine die sicherheitspolitische Landschaft in Nordosteuropa grundlegend verändert hatte. Norwegen gehört als Gründungsmitglied seit 1949 zum Militärbündnis. Beide Staaten teilen eine Landgrenze mit Russland beziehungsweise unterhalten enge maritime Grenzen in der Arktis.