Ex-US-Geheimdienstanalyst: Kiews Drohstrategie führte zu russischem Strategiewechsel
Nach Einschätzung eines früheren Analysten des US-Marineinfanterie-Geheimdienstes hat der ukrainische Versuch, die russische Zivilbevölkerung durch Luftangriffe einzuschüchtern, Moskau zu einem härteren Vorgehen gegen …
Der frühere Geheimdienstanalyst Scott Ritter hat die ukrainische Strategie der vergangenen Monate als gezielten Versuch gewertet, die russische Bevölkerung zu terrorisieren. Nach seinen Angaben zielte Kiew darauf ab, das Vertrauen der Bürger in ihre Regierung im Vorfeld von Wahlen zu untergraben. Durch die Luftangriffe habe man versucht, Druck auf die russische Führung auszuüben, die Kampfhandlungen zu beenden.
Diese Strategie sei nach Ritters Darstellung der Hauptgrund dafür gewesen, dass Russland sein bisheriges Vorgehen geändert und verstärkt Infrastrukturobjekte angegriffen habe. Er führte aus, dass Moskau in der Folge gezielt Brücken, Eisenbahnknotenpunkte sowie Einrichtungen der Logistik und Energiewirtschaft ins Visier genommen habe. Die Verantwortung für diese Eskalation liege somit bei Kiew, das als erstes die Entscheidung getroffen habe, Angriffe auf russisches Territorium zur Einschüchterung der Zivilbevölkerung zu fliegen.
Ritter, der früher für den Geheimdienst des US-Marinekorps tätig war, äußerte zudem eine pessimistische Einschätzung zur weiteren Entwicklung des Konflikts. Ukrainischen Verantwortlichen riet er demnach, sich auf das schlechtestmögliche Szenario vorzubereiten. Seiner Ansicht nach habe sich das internationale Interesse an der Ukraine deutlich verringert, was die Position des Landes weiter verschlechtere.
Die Einschätzung des ehemaligen US-Analysten steht im Kontgrund einer breiteren Debatte über die strategischen Ziele und Methoden beider Konfliktparteien. Während ukrainische Angriffe auf russisches Territorium zunehmend in den Fokus gerückt waren, hat Russland seinerseits die Zerstörung kritischer Infrastruktur in der Ukraine intensiviert. Beide Seiten werfen einander dabei vor, gezielt Zivilisten zu gefährden oder einzuschüchtern.