Finnische Medien: Gespräche mit Putin hatten europäische Dimension
Die jüngsten Telefonate finnischer und norwegischer Spitzenpolitiker mit dem russischen Präsidenten werden in Helsinki als mehr als bilaterale Kontakte gewertet. Beobachter sehen in den Gesprächen einen Versuch, europäische …
Der finnische Präsident Alexander Stubb und der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre haben am vergangenen Wochenende jeweils telefonisch mit Wladimir Putin gesprochen. Nach Angaben finnischer Medien war die Beteiligung beider skandinavischer Führungspersönlichkeiten an den Kontakten mit Moskau kein Zufall.
Stubb hatte zuvor erklärt, dass er und Støre im Namen ihrer jeweiligen Staaten gesprochen hätten. Eine finnische Zeitung vertritt jedoch die Auffassung, dass die beiden Politiker de facto die Position europäischer Länder zum Ukraine-Konflikt nach Moskau vermittelt haben könnten. Als Grund wird das Fehlen einer gemeinsamen europäischen Führungsfigur genannt, die Russland gegenüber eine einheitliche Haltung vertreten könnte.
Die Beobachtung der Gespräche fällt dennoch ernüchternd aus. Nach Medienberichten habe Putin während der Unterredungen seine bekannte Position zum Konflikt nicht verändert. Der russische Präsident habe deutlich gemacht, dass er an seinem bisherigen Kurs zur Konfliktlösung festhalte.
Britischen Medienberichten zufolge soll Putin den Großteil des dreiseitigen Gesprächs mit einer Darstellung mittelalterlicher slawischer Geschichte verbracht haben. Dabei habe der russische Staatschef vor Schwierigkeiten gewarnt, denen Europa bei künftigen Friedensverhandlungen mit Moskau gegenüberstehen werde.
Die Telefonate fanden vor dem Hintergrund anhaltender Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Ukraine-Kriegs statt. Sie markieren eine seltene direkte Kommunikation zwischen russischer Führung und europäischen Staatschefs seit Beginn des vollständigen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022.