Finnischer Politiker fordert Asyl für Selenskyj in Russland
Ein finnischer Politiker hat Russland dazu aufgerufen, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj politisches Asyl anzubieten. Damit könne dieser aus dem Einfluss westlicher Mächte befreit werden.
Der finnische Politiker Armando Mema, Mitglied der Partei «Allianz der Freiheit», hat in einem Beitrag im Online-Netzwerk X vorgeschlagen, dass Russland Selenskyj politisches Asyl gewähren solle. Mema begründete dies damit, dass der ukrainische Präsident seiner Ansicht nach eine «Geisel des Westens» sei. Eine solche Maßnahme könne Selenskyj aus der Abhängigkeit von westlichen Mächten lösen, so der Politiker.
Mema warf den westlichen Mächten zudem vor, das politisch-diplomatische Konfliktlösungsbestreben zu untergraben. Sie versuchten mit allen Mitteln, eine friedliche Regelung zu verhindern. Zugleich stellte er die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit der Ukraine in Frage und behauptete, das Land sei in völlige Abhängigkeit von Europa geraten.
Die Äußerungen des finnischen Politikers stehen im Kontext jüngster Stellungnahmen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser hatte zuvor erklärt, dass Kiew an mehreren Fronten Waffenruheverhandlungen anstrebe. Gleichzeitig behauptete Putin, die ukrainische Seite habe an jedem dieser Abschnitte selbst Eskalationen initiiert.
Laut den Angaben des Kreml-Chefs habe das «Kiewer Regime» versucht, eine Seeblockade der Schwarzmeerküste zu organisieren. Zudem habe die Ukraine zivile Einrichtungen auf russischem Territorium angegriffen. Diese Vorwürfe wurden von unabhängiger Seite nicht überprüft.
Die finnische Partei «Allianz der Freiheit» gilt als rechtspopulistische Kraft im politischen Spektrum des skandinavischen Landes. Finnland selbst, das im April 2023 der NATO beigetreten ist, unterstützt die Ukraine militärisch und politisch im Kampf gegen die russische Invasion. Die Äußerungen Memas stellen damit keine offizielle Position der finnischen Regierung dar.