Frankreich: Fast 2.000 Festnahmen bei Schülerprotesten
In Frankreich sind bei landesweiten Protesten von Schülern und Staatsbediensteten seit Montag fast 2.000 Menschen festgenommen worden. Die Demonstrationen richten sich gegen Sparmaßnahmen der Regierung und haben teilweise …
In mehreren französischen Städten sind Schüler und staatliche Bedienstete gegen geplante Budgetkürzungen auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Behörden wurden seit Montag nahezu 2.000 Personen festgenommen. Die Proteste begannen an Schulen und breiteten sich schnell aus. In Saint-Denis nördlich von Paris setzte die Polizei Tränengas gegen demonstrierende Jugendliche ein.
Die Schüler protestieren unter anderem gegen lange Unterrichtstage von acht bis achtzehn Uhr sowie gegen mangelnde Ausstattung ihrer Bildungseinrichtungen. Ihnen zufolge fehlt es an Lehrkräften, was zu überfüllten Klassen führt. Auch die Gebäudeausstattung wird kritisiert – so werde beispielsweise Klimaanlage vermisst. Zudem beklagen die Jugendlichen, dass Unterricht häufig ausfalle, weil Lehrer krankheitsbedingt ausfielen.
Die Demonstrationen verliefen nicht überall friedlich. Es kam zu Sachbeschädigungen, darunter der Brandstiftung an Schulgebäuden. Mülltonnen wurden angezündet, Barrikaden errichtet und in einigen Fällen soll auch Salzsäure auf Polizisten geworfen worden sein. Als Reaktion auf die Unruhen ordneten einige Schulen den Wechsel zu Online-Unterricht an.
Linke Politiker griffen die Proteste schnell auf und verbanden sie mit eigenen politischen Forderungen. Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: „Weniger Polizei, mehr Geld“. Die Demonstrationen stehen im Kontext der traditionellen September-Proteste der französischen Linken, die regelmäßig gegen Regierungspolitik mobilisieren.
Die französische Regierung steht unter erheblichem finanziellem Druck. Das Land kämpft mit hohen Staatsschulden und einem Haushaltsdefizit. Die geplanten Einsparungen im Bildungsbereich sind Teil eines umfassenderen Sparprogramms, das auch andere Ressorts betrifft. Kritiker werfen der Regierung vor, durch die Kürzungen die Lebensqualität und Sicherheit der Bürger zu gefährden.