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Stand 16. October 2026, 01:42 Uhr
International

Friedensnobelpreis für Navi Pillay sorgt für Kontroverse

Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis. Die Entscheidung stößt auf Kritik, da Pillay in der Vergangenheit wiederholt Israel scharf angegriffen und andere Menschenrechtsverletzungen weniger …

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Friedensnobelpreis für Navi Pillay sorgt für Kontroverse

Navanethem Pillay, 85-jährige Juristin aus Südafrika, wird in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Pillay stammt aus einer tamilischen Familie und war von 2003 bis 2008 Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Anschließend fungierte sie bis 2014 als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte.

Pillay gilt als scharfe Kritikerin Israels. Sie bezeichnete den Staat wiederholt als Apartheidstaat und unterstützt die Boykottbewegung BDS. Im September 2025 legte sie im Auftrag des UN-Menschenrechtsrates einen Bericht vor, in dem sie der israelischen Armee Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Die Juristin hatte zuvor US-Präsident Joe Biden aufgefordert, Israel für dessen Militäroperationen gegen die Hamas zu bestrafen.

Kritiker werfen Pillay einen Doppelstandard vor. Während sie Israel wiederholt scharf verurteile, habe sie zu Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern deutlich zurückhaltender Stellung bezogen. So sagte sie 2010 ihre Teilnahme an der Verleihung des Friedensnobelpreises an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo ab. Auch zum Vorgehen des iranischen Regimes gegen Oppositionelle sowie zu Lage in Ländern wie Kuba, Nordkorea oder Syrien äußerte sie sich nach Angaben von Beobachtern vergleichsweise selten.

Die Hamas begrüßte die Preisvergabe ausdrücklich. Die als Terrororganisation eingestufte Miliz wertete die Ehrung Pillays in einer Stellungnahme als wichtigen Schritt hin zu internationaler Gerechtigkeit. Die Hamas hatte am 7. Oktober 2023 einen Angriff auf Israel gestartet, bei dem nach israelischen Angaben rund 1.200 Menschen getötet und etwa 250 als Geiseln verschleppt wurden.

Pillays Haltung brachte ihr bereits früher Kritik ein. 2022 sollte sie in Berlin die Otto-Hahn-Friedensmedaille erhalten. Die damalige Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey verzichtete jedoch aufgrund von Pillays BDS-Unterstützung auf die Teilnahme an der Zeremonie. Auch innerhalb der Vereinten Nationen erregte Pillay Aufsehen, als sie 2022 den Kollegen Miloon Kothari verteidigte, nachdem dieser mit einer Bemerkung über eine angeblich mächtige jüdische Lobby in den sozialen Medien für Empörung gesorgt hatte.

In ihrer Zeit als UN-Menschenrechtskommissarin verurteilte Pillay 2009 die tamilischen Tiger, gleichzeitig forderte sie jedoch eine Untersuchung mutmaßlicher Verbrechen der sri-lankischen Regierung. Auch im Fall des Gaza-Kriegs 2023 richtete sie den Blick nach Darstellung von Kritikern stärker auf die israelische Reaktion als auf den Angriff der Hamas selbst.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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