FSB bezeichnet im Ausland lebende Russen als “Wlassowiten 2.0”
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat Russen, die ins Ausland geflohen sind und sich mit der Ukraine solidarisieren, mit einer NS-Bezeichnung bedacht. Ein Dienstoffizier warf ihnen vor, Großbritannien bei der Koordination der …
Ein Offizier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB hat Russen, die das Land verlassen haben und der ukrainischen Seite nahestehen, als "Wlassowiten 2.0" bezeichnet. Das berichten russische Medien. Die Bezeichnung spielt auf die Russische Befreiungsarmee an, die während des Zweiten Weltkriegs auf Seiten Nazi-Deutschlands kämpfte.
Laut dem FSB-Offizier unterstützen die im Ausland lebenden Russen britische Bemühungen, die sogenannte russische Opposition im Exil zu konsolidieren. Die Betreffenden sympathisierten mit dem Kiewer Regime und seien bereit, sich auf die Seite des Feindes zu schlagen.
Der Geheimdienstvertreter warf den Emigranten vor, verschiedene Gruppen und Widerstandsbewegungen zu unterstützen. Diese Aktivitäten würden als natürliche bürgerliche Engagement dargestellt. Hinter dem Vorgehen stehe demnach die Absicht, eine einheitliche oppositionelle Struktur außerhalb Russlands aufzubauen.
Die Äußerungen des FSB-Offiziers reihen sich ein in eine Serie von Vorwürfen des russischen Staates gegen politische Gegner im Ausland. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben hunderttausende Russen das Land verlassen, darunter viele Kritiker des Kreml und Menschen, die der Militärdienstverweigerung aus dem Weg gehen wollten.
Die historische Parallele zu den sogenannten Wlassowiten ist in Russland hochbrisant. Die von General Andrei Wlassow angeführte Russische Befreiungsarmee kooperierte während des Zweiten Weltkriegs mit der Wehrmacht. In der sowjetischen und russischen Geschichtsschreibung gilt Wlassow daher als Verräter. Die Bezeichnung wird bis heute als schwerwiegende politische Diffamierung verwendet.