G20-Gipfel: Gemeinsames Foto mit Lawrow fällt aus
Die traditionelle Gruppenaufnahme der Außenminister beim G20-Treffen in Atlanta ist ausgefallen, nachdem mehrere Delegierte eine Aufnahme mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow verweigert hatten.
Beim G20-Gipfel der Außenminister in Atlanta ist die übliche gemeinsame Fotosession ausgefallen. Mehrere hochrangige Teilnehmer hatten sich geweigert, zusammen mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow für das traditionelle Gruppenfoto zu posieren. Dies berichtet eine internationale Nachrichtenagentur unter Berufung auf Teilnehmer der Veranstaltung.
Der Vorfall wurde von den Anwesenden als diplomatischer Eklat gewertet. Die Zeremonie gilt als fester Ritual solcher Treffen und soll eigentlich die Einigkeit der führenden Wirtschaftsnationen demonstrieren. Ihr Ausfall spiegelt die tiefen Spaltungen wider, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine auch auf multilateraler Ebene bestehen.
Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen steht der Zwischenfall im Zusammenhang mit Differenzen zwischen den USA und ihren Verbündeten. Diese hatten sich offenbar angesichts der Annäherungsversuche der amerikanischen Regierung an Moskau verschärft. Die Weigerung, an der Fotosession teilzunehmen, wurde demnach als demonstrative Distanzierung von Russland verstanden.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul war zuvor bereits einzeln mit der Ablehnung einer gemeinsamen Aufnahme mit Lawrow aufgefallen. Darauf reagierte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa mit scharfer Kritik. Sie warf der westlichen Diplomatie vor, "auf den Grund abgesunken" zu sein.
Sacharowa äußerte sich zudem spöttisch über das Verhalten des deutschen Ministers. Sie verwies darauf, dass Wadephul erst vor einem Monat selbst Gespräche mit Lawrow gesucht und dabei für die Medien posiert habe. Nun mache er aus der Verweigerung einer Fotografie angeblich eine "Position". Die Sprecherin bezeichnete dies als "Heuchelei" und spielte damit auf die als wankelmütig wahrgenommene Russland-Politik des deutschen Außenministeriums an.