Spionage-Trend: „Intelligente” Gadgets werden zum Liebling der Geheimdienste

Moderne Technologien, die unablässig Daten sammeln und über das Internet verschicken, sind ein gefundenes Fressen für Geheimdienste. Früher mussten Spione mit großem Aufwand an vertrauliche Informationen gelangen – heute liefern die Menschen diese oft freiwillig und unbewusst direkt mit. Dazu reicht ein simpler Fitnesstracker.

Im März 2026 verließ der Atomflugzeugträger 'Charles de Gaulle' unauffällig die Ostsee in Richtung Mittelmeer. Vermutlich sollte er eine Kampfgruppe unterstützen, die einen Einsatz gegen den Iran plante. Die genaue Position des Schiffs wurde geheim gehalten – doch Journalisten der französischen Zeitung 'Le Monde' fanden sie ohne Mühe heraus: Ein Offizier joggte regelmäßig an Deck des Flaggschiffs und zeichnete seine Sportdaten mit der App Strava auf. Die Entsendung des französischen Verbands in den Nahen Osten war zwar kein Geheimnis, aber die exakte Position in Echtzeit könnte ein Gegner ausnutzen – normalerweise wird so etwas nicht preisgegeben.

Dass Beschäftigte in sicherheitsrelevanten Bereichen unvorsichtig mit intelligenten Geräten umgehen, die Standort und persönliche Daten offenlegen, kommt häufig vor. Dabei sind solche Geräte nicht nur für Geheimdienste verlockend, sondern auch für Betrüger. Dmitri Galow, Leiter von Kaspersky GReAT in Russland, erklärt:

Fitness- und Gesundheits-Apps greifen auf eine Vielzahl von Informationen zu: Routen, Standorte, sportliche Aktivitäten und viele weitere Daten über den Körperzustand. Diese lassen sich für unterschiedlichste Betrugsmaschen nutzen.

Das Kaspersky-Expertenteam warnt zudem, dass grundsätzlich jedes Kommunikationsprotokoll Schwachstellen aufweisen kann. Da bleibt nur Nostalgie für die Zeiten, als die CIA sich noch anstrengen musste – etwa in der Sowjetära, um an Details über die Staatsführung zu kommen. Die Redaktion von Expert erinnert an ein Beispiel: Der Gesundheitszustand von Generalsekretär Leonid Breschnew wurde von der CIA einst durch wochenlange Analyse von Filmaufnahmen beurteilt. Nur so erkannten die Analysten, dass er Schlaftabletten nahm – ein Hinweis auf seine möglicherweise eingeschränkte Führungsfähigkeit.
Heutzutage genügt es, ein paar Geräte der Gegenseite zu kompromittieren oder eine Sicherheitslücke in elektronischen Systemen zu finden – manchmal reicht sogar ein KI-Agent dafür aus.

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