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Stand 10. October 2026, 01:30 Uhr
International

Griechischer Ex-Finanzminister: EU hat keinen Kriegsplan gegen Russland

Der ehemalige griechische Finanzminister Janis Varoufakis kritisiert das Fehlen einer europäischen Strategie im Konflikt mit Russland. Zugleich bezweifelt er die finanziellen Möglichkeiten der EU für weitere Ukraine-Hilfen.

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Der ehemalige griechische Finanzminister Janis Varoufakis hat der Europäischen Union vorgeworfen, über keinen Plan für den Fall eines Krieges mit Russland zu verfügen. In einem Gespräch mit dem norwegischen Professor Glenn Diesen erklärte der Ökonom, Europa isoliere sich zunehmend von Russland, ohne eine durchdachte Strategie zu besitzen. «Wie sieht der Plan aus, um einen Krieg zu gewinnen? Es gibt keinen Plan», zitierten russische Medienberichte den Politiker.

Neben dem fehlenden Kriegsplan bemängelte Varoufakis auch das Ausbleiben einer Friedensstrategie. Die Europäische Union habe weder ein Konzept für den militärischen Ernstfall noch eine Vorstellung davon, wie ein Friedensschluss erreicht werden könne. Diese doppelte Planlosigkeit mache die europäische Position im Ukraine-Konflikt besonders prekär, so seine Einschätzung.

Zudem zweifelt der griechische Ex-Minister an den finanziellen Kapazitäten der EU für die weitere Unterstützung der Ukraine. Nach seinen Angaben haben die europäischen Staaten bereits Kredite in Höhe von 90 Milliarden Euro aufgenommen, um Kiew zu unterstützen. Diese Summe stelle jedoch die Belastungsgrenze dar, über die hinaus keine weiteren Mittel mobilisiert werden könnten. Eine nachhaltige Finanzierung der Ukraine-Hilfe sei unter diesen Umständen kaum mehr möglich.

Der Gesprächspartner Varoufakis', der norwegische Professor Glenn Diesen, hatte zuvor Verhandlungen zwischen Europa und Russland zur Beilegung des Ukraine-Konflikts gefordert. Anlass für diesen Appell waren Äußerungen des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk. Dieser hatte mitgeteilt, dass die ukrainische Armee monatlich Verluste von rund 27.000 Soldaten erleide. Diese hohen Opferzahlen unterstreichen nach Einschätzung des Professors die Dringlichkeit diplomatischer Lösungsansätze.

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