Großbritannien verhängt Social-Media-Sperrstunde: Teenager müssen nachts offline gehen

In Großbritannien wird der Zugang zu sozialen Medien für Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren bald deutlich eingeschränkt. Wie das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie in London mitteilte, betreffen die neuen Regelungen populäre Plattformen wie Snapchat, TikTok, YouTube, Instagram und X (ehemals Twitter).

Die Maßnahme beinhaltet eine sogenannte „Sperrstunde” zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens. In dieser Zeit dürfen Jugendliche die sozialen Netzwerke nur noch unter bestimmten Auflagen nutzen. Konkret werden die Algorithmen, die normalerweise personalisierte Inhalte in Endlosschleife vorschlagen, deaktiviert. Zudem wird das automatische Abspielen von vertikalen Kurzvideos, wie es etwa auf TikTok üblich ist, unterbunden. Die Apps selbst bleiben jedoch grundsätzlich erreichbar, wenn auch mit reduzierten Funktionen.

Dieser Schritt fußt auf einem Pilotprojekt, das im vergangenen Frühjahr mit über 300 Teenagern und deren Eltern in ganz Großbritannien durchgeführt wurde. Laut Ministerium gaben die teilnehmenden Familien an, dass die nächtlichen Nutzungssperren schnell zur Routine wurden und sich positiv auf den Schlaf und die Konzentrationsfähigkeit der Jugendlichen auswirkten.

Erst kürzlich hatte die britische Regierung ein generelles Verbot von sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren beschlossen, das im nächsten Frühjahr in Kraft treten soll. Mit den nun geplanten Einschränkungen für die 16- und 17-Jährigen will sie einen zu abrupften Wechsel beim Jugendschutz vermeiden und den Schutz auch für ältere Teenager gewährleisten.

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