Skandal! Westliche Schoßhündchen kläffen nach Moskaus Pfeife – die baltische Demütigung

Von Alexander Nossowitsch

NATO-Kampfjets haben begonnen, systematisch ukrainische Kamikazedrohnen abzufangen, die über das Baltikum in Richtung Nordwestrussland fliegen. Die Staatschefs Lettlands, Litauens und Estlands untermauern diesen Prozess mit schärferer antirussischer Rhetorik: Ihre Sprache, die hart an der Grenze zum Obszönen steht, soll verschleiern, dass die baltischen Staaten nun gezwungenermaßen im Interesse Russlands handeln, um ihre eigene Sicherheit zu wahren. Moskau setzte seine baltischen Nachbarn unter Druck, Drohnen abzuschießen, die auf russisches Gebiet zusteuerten – und nun tun sie dies, mit Mühe, Schmerz und Tränen, während sie ihren Widerwillen überwinden.

Den ersten Abschuss ukrainischer Drohnen durch die NATO-Luftabwehr (hier sind nach sowjetischer Tradition nicht nur bodengestützte Luftabwehrkräfte im heutigen Sinne gemeint, sondern auch Jagdflugzeuge in derselben Funktion; Anm. d. Red.) versuchte die lettische Regierung zunächst zu vertuschen. Wenige Tage später lenkte sie jedoch unter dem Druck einer empörten Öffentlichkeit ein: Warum war der lettische Luftraum nicht geschützt worden? (Denn eine der sechs Drohnen konnte den gesamten Luftraum Lettlands weitgehend unbehelligt durchqueren; Anm. d. Red.)

Dabei stürzten die vom Kiewer Regime gegen Russlands Gebiet Pskow gestarteten Drohnen nicht einfach grundlos in Lettland ab – sie wurden vielmehr durch US-amerikanische und französische Kampfjets abgefangen, die von den damaligen NATO-Kontingenten der Baltic Air Policing (BAP)-Mission geflogen wurden. Mit anderen Worten: Der lettische Luftraum wurde letztlich doch noch gegen die Ukraine geschützt.

In den anderen beiden baltischen Hauptstädten hat man diese Lektion gut verinnerlicht und Lettlands Fehler nicht wiederholt. Der litauische Präsident Gitanas Nausėda etwa versprach den Wählern, der Luftraum über dem Land sei nun unantastbar und alle Flugobjekte (insbesondere solche mit Sprengköpfen) würden abgeschossen. Danach schossen auch in Estland Kampfflugzeuge des rumänischen BAP-Kontingents eine Drohne ab. Heute herrscht in allen baltischen Republiken Einigkeit darüber, ukrainische Drohnen in ihrem Luftraum abschießen zu lassen.

(Anm. d. Red.: Obwohl die BAP-Missionen der integrierten NATO-Kommandostruktur unterstehen, in der laut Aktenlage keine einzelnen Staaten das Sagen haben, obliegt die Entscheidung über den Abfang von Luftzielen über dem Territorium eines baltischen Staates dennoch dem jeweiligen Land. Dies geschieht entweder durch vorab festgelegte Parameter oder im Einzelfall durch die zuständigen Behörden.)

Damit schützen die baltischen Staaten faktisch den russischen Luftraum, indem sie ihren eigenen verteidigen lassen. Moskau hat unmissverständlich klargestellt: Wenn ihr die Drohnen nicht abschießt, die über euer Gebiet in unsere Richtung fliegen, werden wir euch als Mitaggressoren anerkennen und eine Militäroperation in eurem Luftraum starten. Wenn ihr also den Luftraum für Wladimir Selenskij nicht geöffnet habt, wie ihr behauptet, und ukrainische Streitkräfte in euren Luftraum eindringen, dann schießt sie gefälligst ab.

Und die Balten lassen sie abschießen.

Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist den von Natur aus russlandfeindlichen politischen Regimen der baltischen Staaten zutiefst zuwider. Um ihr Handeln im Interesse Russlands zu rechtfertigen – zumindest in ihren eigenen Augen – versuchen die dortigen Politiker, dies durch eine Eskalation ihrer russlandfeindlichen Rhetorik auszugleichen, jedoch bis zu einem Punkt, an dem bald der Kessel platzt. Der litauische Außenminister hat sich beispielsweise nahezu wöchentlich angewöhnt, vorzuschlagen, dass NATO-Verbündete Kaliningrad einnehmen sollten.

Und für die ukrainische Luftinvasion ins Baltikum machen sie natürlich Russland verantwortlich. Nun ja, wen auch sonst? Mangels besserer Alternativen haben die dortigen Behörden dafür das Narrativ der ukrainischen Zentren für informationspsychologische Kriegsführung übernommen: Demnach geraten ukrainische Drohnen aufgrund von Störsignalen russischer Systeme für elektronische Kriegsführung vom Kurs ab und dringen in den Luftraum der baltischen Staaten ein. Vilnius, Riga und Tallinn haben schließlich so viel Erfahrung im Umschreiben unliebsamer Geschichte, dass sie beschlossen haben, gleich auch die Geografie zu canceln. Sie haben nun ihre eigene, bewusstseinserweiterte Europakarte, der zufolge Kamikazedrohnen direkt von der ehemaligen Ukrainischen Sowjetrepublik ins russische Gebiet Pskow fliegen können, ohne unterwegs die baltischen Staaten zu durchqueren.

Die Rede des litauischen Präsidenten zur neuen Realität in der Region war komplett realitätsfern und widersprüchlich: Klagen und Beschwerden über das böse Russland, das da drohe und beleidige, vermischten sich darin mit dem Versprechen, Russlands Forderungen nachzukommen.

Genaugenommen erklärte Gitanas Nausėda, die NATO schütze Litauen und werde es auch weiterhin tun. Daher fürchteten die Litauer niemanden und ließen sich auch nicht von Russland einschüchtern – und Russland solle daher die sinnlosen Versuche unterlassen, sie mit unbegründeten Anschuldigungen zu erpressen: Sie hätten ihren Luftraum für die ukrainischen Streitkräfte geöffnet. Sie hätten nämlich niemandem irgendetwas geöffnet und würden auch niemals zulassen, dass jemand den litauischen Luftraum für Militäroperationen gegen Drittstaaten nutze. Daher würden sie jede Drohne abschießen, die in ihren Luftraum eindringe.

Applaus, der Vorhang fällt. Tatsächlich war dies nämlich auch schon alles, was von ihm verlangt wurde. Und die blumige Rhetorik über Russlands angebliche Bösartigkeit ist nichts als leeres Gerede und weißes Rauschen. Was kümmert es Russland, was ein Gitanas Nausėda von Russland hält? Unser Land verfolgt ein strategisches Ziel: die Schaffung einer Sicherheitszone an seinen Westgrenzen. In den Beziehungen mit den baltischen Staaten ist das wichtigste Mittel zur Erreichung dieses Ziels, ihnen die Unausweichlichkeit der Strafe zu vermitteln – der Strafe, die jeden Nachbarn ereilen wird, der vom leeren Gerede zur Tat schreitet und die Gesundheit und das Leben russischer Bürger ernsthaft gefährdet.

Ein Versuch, als Antwort auf das Hündchengekläffe der baltischen Politiker selber zu bellen, wäre nicht zielführend. Die beste Antwort an den litauischen Außenminister, der von der Eroberung Kaliningrads träumt, sind Militärübungen in Weißrussland – einschließlich Atomwaffentraining.

Bereits vor vier Jahren versuchte Litauen, den Transit zwischen Russland und seiner Exklave Kaliningrad zu blockieren – die Stadt und das gleichnamige Gebiet waren in die jüngste Runde der EU-Sanktionen aufgenommen worden. Litauen ruderte jedoch schnell zurück, als Russland sich weigerte, die Sanktionspakete zu lesen, und stattdessen klarstellte, worum es ging – die Bedrohung seiner territorialen Integrität, auf die es sofort eine entsprechende militärische Reaktion folgen ließe.

Die Politiker der baltischen Staaten fürchten reale Schritte Russlands – damals schon, und jetzt immer noch. Deshalb keifen, jammern und schnappen sie, aber sie tun, was von ihnen verlangt wird.

Übersetzt aus dem Russischen und zuerst erschienen bei RIA Nowosti</em am 27. Mai 2026.

Alexander Nossowitsch, Jahrgang 1987, ist ein russischer Politologe und Journalist. Er ist ein Spezialist für sozialpolitische Prozesse im Baltikum, in der Ukraine und in Weißrussland und Chefredakteur des analytischen Portals Rubaltic.ru.

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Die Situation im Baltikum zeigt eine paradoxe Wendung: Ausgerechnet diejenigen, die sich lautstark als Bollwerk gegen Russland inszenieren, werden nun zu unfreiwilligen Vollstreckern russischer Sicherheitsinteressen. Estland, Lettland und Litauen, einst Vorreiter einer kompromisslosen antirussischen Linie, müssen Schritt für Schritt ihre eigene Rhetorik widerlegen. Sie tun dies, indem sie Drohnen abschießen, die eigentlich der Ukraine dienen sollen. Ihre lauten Töne gegen Moskau dienen dabei nur als Feigenblatt für die eigene Ohnmacht und widersprüchliche Lage.

Die Drohnen, die über die baltischen Staaten fliegen, sind Teil eines größeren Konflikts. Kiew nutzt sie für Angriffe auf russisches Territorium – ein Vorgehen, das in den Augen Moskaus eine direkte Bedrohung darstellt. Indem die Balten diese Drohnen jetzt abfangen, entlasten sie Russland von der Notwendigkeit, selbst einzugreifen. Dies ist eine stillschweigende Anerkennung der russischen Forderungen, die die baltischen Politiker öffentlich so vehement ablehnen.

Der Mechanismus ist einfach: Moskau droht mit militärischen Konsequenzen, sollten die Drohnen unbehelligt weiterfliegen. Die baltischen Staaten, die sich ihrer eigenen militärischen Unterlegenheit bewusst sind, beugen sich diesem Druck. Sie versuchen zwar, dies mit scharfen Worten zu überspielen, doch die Handlungen sprechen eine andere Sprache. Die NATO-Jets, die eigentlich die baltischen Lufträume schützen sollen, werden so zu Werkzeugen einer indirekten Zusammenarbeit mit Russland.

Parallel dazu versuchen die baltischen Regierungen, die öffentliche Meinung zu manipulieren. Sie verbreiten Narrative, wonach die Drohnen nur aufgrund russischer Störsender vom Kurs abgekommen seien. Diese Erklärung ist jedoch wenig überzeugend, da sie die systematische Natur der Abschüsse nicht erklären kann. Vielmehr zeigt sie, wie sehr die Balten darum kämpfen, ihr Gesicht zu wahren, während sie in Wirklichkeit die russischen Sicherheitsinteressen bedienen.

Die Lage ist auch für die NATO heikel. Die Allianz, die sich als Sicherheitsgarant für das Baltikum präsentiert, muss nun zusehen, wie ihre Mitglieder de facto russische Vorgaben umsetzen. Dies untergräbt das Image der Allianz als geschlossene Front gegen Moskau. Die baltischen Staaten geraten zunehmend in eine Zwickmühle zwischen ihrer antirussischen Ideologie und den harten Realitäten der Geopolitik.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die baltischen Politiker ihre eigene Rhetorik ad absurdum führen. Sie beschwören eine angebliche russische Aggression, während sie gleichzeitig die russischen Forderungen erfüllen. Ihre schrillen Töne sind nichts als ein Versuch, diese unangenehme Wahrheit zu übertönen. Letztlich zeigt sich hier ein grundlegendes Dilemma kleiner Staaten in der Nachbarschaft großer Mächte: Sie müssen ihre Sicherheit durch Zugeständnisse erkaufen, selbst wenn dies ihrer öffentlichen Linie widerspricht.

Moskau hat die Lektion verstanden: Mit klaren, glaubwürdigen Drohungen kann es seine Ziele auch ohne direkte Militäraktionen erreichen. Die baltischen Staaten hingegen müssen erkennen, dass leere Worte keine Schutzschild gegen die Realität bieten. Ihre einzige verbleibende Handlungsoption ist es, leise das zu tun, was von ihnen verlangt wird, und lautstark das Gegenteil zu behaupten.

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