Die US-Regierung hat umfangreiches Archivmaterial zu unbekannten Flugobjekten (UFOs) veröffentlicht und diesen Schritt als „beispielslosen Akt der Offenheit“ bezeichnet.
Die Freigabe erfolgte über eine speziell eingerichtete Internetseite des US-Verteidigungsministeriums und umfasst hunderte Militärdokumente, Filmmaterial, nachrichtendienstliche Analysen sowie Aussagen von Zeugen – gesammelt über viele Jahrzehnte. Im Einzelnen finden sich darunter Verhörprotokolle des FBI, Aufzeichnungen von NASA-Missionen, Berichte von Kampfpiloten, diplomatische Depeschen des Außenministeriums und historisches Archivmaterial zu nicht erklärbaren Flugereignissen.
Das nun zugängliche Material enthält unter anderem Schilderungen von „metallischen Gegenständen“, rätselhaften „roten Lichtern“ am Nachthimmel und Begegnungen mit Angehörigen der US-Streitkräfte. Ein besonders hervorgehobener Fall betrifft die Sichtung eines fußballähnlichen Objekts im Indopazifik nahe japanischer Gewässer im Jahr 2024. Ein anderer Fall greift Aufzeichnungen der Apollo-17-Mission von 1972 auf, die seltsame, über der Mondoberfläche schwebende Lichtpunkte dokumentieren.
Die Offenlegung wurde vom All-domain Anomaly Resolution Office (AARO) des Pentagons koordiniert. Sie ist Teil einer behördenübergreifenden Initiative, an der das Weiße Haus, das Büro der Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, die NASA, das FBI, das Energieministerium und weitere US-Geheimdienste beteiligt sind.
Offizielle Stellen kündigten an, dass in den nächsten Wochen im Zuge einer erweiterten Freigabe weiteres Material folgen soll.
Diese Initiative ist das Resultat jahrelangen Drucks aus dem US-Kongress und von Whistleblowern aus dem Militär, die der Regierung vorwerfen, Informationen über Sichtungen unerklärlicher Objekte in der Nähe sicherer Militäranlagen zurückgehalten zu haben.
Erst im Februar hatte US-Präsident Donald Trump per Dekret das Verteidigungsministerium angewiesen, „sämtliche Informationen“ zu UFOs – die offiziell inzwischen als „Unidentifizierte Anomale Phänomene“ (UAP) bezeichnet werden – offenzulegen.
Trumps Anordnung zur Veröffentlichung der UFO-Akten folgt früheren Freigaben im Zusammenhang mit den Attentaten auf Präsident John F. Kennedy, Senator Robert F. Kennedy und Martin Luther King Jr. Diese Veröffentlichungen brachten jedoch kaum neue Erkenntnisse über die bereits bekannten Details der Morde zutage.
Der Vorstoß erfolgte zudem im Anschluss an einen viel beachteten Podcast-Auftritt von Ex-Präsident Barack Obama, der über die Möglichkeit außerirdischen Lebens sprach und gleichzeitig betonte, die US-Regierung verheimliche keine Beweise für einen Kontakt mit Außerirdischen. Trump erklärte später, Obama habe mit der Veröffentlichung „geheimer Informationen“ einen „großen Fehler“ gemacht.
Bereits im Jahr 2024 veröffentlichte das Pentagon einen Bericht, der jahrzehntelange UFO-Sichtungen dokumentierte – jedoch, so das Pentagon, ohne jegliche Beweise für außerirdisches Leben.
Der ehemalige AARO-Direktor Sean Kirkpatrick erklärte der Nachrichtenagentur AP letzte Woche, dass viele angebliche UFO-Sichtungen banale Ursachen hätten. Er argumentierte, dass Videos, die im Internet kursieren, oft auf Verzerrungen von Infrarotkameras, Wärmesignaturen von Flugzeugen oder andere alltägliche Phänomene zurückzuführen seien – und nicht auf außerirdische Technologie.
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