Mexiko hat erneut humanitäre Hilfsgüter nach Kuba entsandt. Auf Anweisung von Präsidentin Claudia Sheinbaum übernahm die mexikanische Marine den Transport. Die Versorgungsschiffe „Papaloapan“ und „Huasteco“ verließen am Dienstag den Hafen von Veracruz mit einer Fracht von insgesamt 1.193 Tonnen Lebensmitteln. Die Überfahrt zum karibischen Nachbarland soll etwa vier Tage dauern.
Wie das mexikanische Außenministerium in einer Erklärung vom Dienstagabend mitteilte, ist die Lieferung für die kubanische Zivilbevölkerung bestimmt und umfasst vor allem Bohnen und Milchpulver. Die restlichen Nahrungsmittel – rund 23 Tonnen – wurden von verschiedenen Hilfsorganisationen gesammelt. Es handelt sich dabei um die erste derartige Sammelaktion für Kuba, die von der mexikanischen Regierung unterstützt wurde. Das Außenministerium betonte in diesem Zusammenhang:
> „Das mexikanische Volk setzt seine traditionelle Solidarität mit den anderen Völkern Lateinamerikas, darunter mit dem kubanischen Volk, fort.“
Kuba durchlebt derzeit eine der schwersten Wirtschafts- und Energiekrisen seiner Geschichte. Die seit Jahrzehnten andauernde US-Blockade gegen die Insel wurde durch ein Dekret von US-Präsident Donald Trump vom 29. Januar dieses Jahres nochmals verschärft. Der Republikaner stuft Kuba als Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA ein und fordert die Regierung in Havanna auf, einem Abkommen zuzustimmen, bevor es „zu spät“ sei. Seine Administration geht davon aus, dass die kubanische Führung am Ende sei und „kurz vor dem Kollaps“ stehe. Kuba wirft den USA hingegen Faschismus und Völkermord vor.
Seit Venezuela als Hauptlieferant für Erdöl ausfällt, erhält Kuba kaum noch Brennstoff. Mexiko, das früher erhebliche Mengen exportierte, scheidet als Lieferant vorerst aus – aus Furcht vor den von Trump angedrohten Sanktionen gegen Blockadebrecher. Zudem ist das Stromnetz des Landes seit Jahren marode. Großflächige Blackouts sind an der Tagesordnung. Derzeit wird der öffentliche Betrieb drastisch eingeschränkt und Energie rationiert. Busse, Fähren und Züge verkehren nur noch sporadisch; Schulen und Universitäten haben den Unterricht gekürzt oder die Präsenzpflicht aufgehoben. Selbst in der Hauptstadt Havana wird wieder vermehrt mit Holzkohle gekocht.
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