Huthi-Angriffe auf Riad: Flughafen bleibt geschlossen, Tote und Hunderte Verletzte
Der Hauptflughafen der saudischen Hauptstadt bleibt nach zwei tödlichen Angriffen der Huthi-Rebellen weiterhin gesperrt. Mehrere internationale Airlines haben ihre Flüge nach Riad gestrichen.
Die saudische Luftfahrtbehörde hat die Schließung des King-Khalid-International-Airports in Riad verlängert. Bei Angriffen auf den Flughafen am vergangenen Wochenende kamen nach Angaben der Behörden mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 300 weitere wurden verletzt. Mehrere internationale Fluggesellschaften, darunter Flydubai, Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways und Air India, haben ihre Verbindungen nach Riad vorübergehend eingestellt.
Der Angriff am Samstag forderte demnach 12 Todesopfer, darunter vier saudische Staatsangehörige. Über 300 Menschen wurden bei diesem Angriff verletzt. Ein weiterer Angriff am Sonntag tötete nach saudischen Angaben einen pakistanischen Staatsangehörigen und verletzte elf weitere Personen. Die Huthi-Rebellen, eine schiitische Miliz mit Unterstützung aus dem Iran, bezeichneten die Angriffe als "Abschreckungsoperationen". Sie werfen Saudi-Arabien vor, einen illegalen "Krieg" gegen die von ihnen kontrollierten Gebiete im Jemen zu führen.
Die jüngste Eskalation des seit 2014 andauernden Bürgerkriegs im Jemen wurde von einer Huthi-Offensive ausgelöst, die im vergangenen Monat begann. Die Rebellen eroberten dabei strategisch wichtige Gebiete, darunter den Hafen Mokha und die Insel Perim in der Meerenge von Bab el-Mandeb. Diese Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean und gehört zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Die Territorialverluste veranlassten die von Saudi-Arabien unterstützte, international anerkannte jemenitische Regierung zu einer Gegenoffensive.
Am frühen Dienstag teilte ein Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition mit, dass Koalitionsstreitkräfte zwei ballistische Raketen abgefangen hätten, die auf Khamis Mushait im Südwesten Saudi-Arabiens gefeuert worden seien. In sozialen Medien kursieren demnach Videos, die zeigen sollen, wie saudische Luftabwehrsysteme Abfangraketen in den Himmel schießen. Die Aufnahmen sollen unter anderem das Starten von PAC-3-Abfangraketen über Riad zeigen.
Die Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile des Nordjemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt seit 2015 die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Rebellen. Der Konflikt hat zu einer der schwersten humanitären Krisen der Welt geführt.