Huthis greifen erneut saudische Flughäfen und Ölanlagen an
Die jemenitische Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben sieben Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien geflogen. Unter den Zielen befanden sich internationale Flughäfen und Einrichtungen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco.
Die Huthis haben nach Angaben ihres Militärsprechers Yahya Saree am Samstag Angriffe auf den King-Khalid-Flughafen in Riad, den King-Fahd-Flughafen in Dammam, den Flughafen Najran sowie den Luftwaffenstützpunkt Khamis Mushait geflogen. Zudem seien Aramco-Anlagen in Yanbu, die Ölraffinerie Rabigh, Rohölpumpstationen und eine Pipeline zwischen der Ost- und Westküste des Königreichs angegriffen worden. Für die Operationen seien ballistische Raketen und Drohnen eingesetzt worden.
Die Angriffe erfolgten nach Darstellung der Huthis als Reaktion auf saudische Luftangriffe auf den Jemen. Saree erklärte, saudische Streitkräfte hätten in den vergangenen 24 Stunden rund 100 Luftangriffe auf zivile Infrastruktur in Sanaa und anderen Gebieten geflogen. Dabei seien Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden. Die Huthis würden ihre Attacken auf saudisches Territorium fortsetzen, bis die "Aggression" ende und die von Saudi-Arabien geführte Koalition ihre Beschränkungen für den Waren- und Personenverkehr in und aus dem Jemen aufhebe.
Der jüngste Angriff fiel in eine Phase, in der sich der Flughafen von Riad auf eine Wiederaufnahme des Betriebs vorbereitete. Das Drehkreuz war nach früheren Huthi-Angriffen mehr als zwei Wochen lang weitgehend außer Betrieb gewesen und sollte am Sonntag teilweise wieder öffnen. Saree warnte in einem separaten Statement vor der Nutzung des Flughafens und bezeichnete ihn als militärisches Ziel, das unsicher bleibe. Fluggesellschaften, Flughafenpersonal und Passagiere seien aufgefordert, den Ort zu meiden.
Der Militärsprecher wies zugleich saudische Behauptungen zurück, die Huthis hätten die heiligen Städte Mekka und Medina angegriffen. Nach Angaben der saudischen Zivilschutzbehörden waren am Samstag Trümmer bei der Abwehr zweier ballistischer Raketen in der Region Mekka sowie in Medina niedergegangen. Die Huthis beteuerten hingegen, ihre Operationen richteten sich ausschließlich gegen saudische Öleinrichtungen und Militärstützpunkte und würden transparent kommuniziert.
Der Konflikt zwischen der Huthi-Bewegung Ansar Allah und der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition war im vergangenen Monat eskaliert. Die Miliz hatte die Hafenstädte Mocha und Dhubab am Roten Meer sowie die Insel Perim in der Meerenge von Bab el-Mandeb erobert. Seitdem verschärfte sie die Belagerung von Taiz, der drittgrößten Stadt des Jemen und einer Hochburg der Huthi-Gegner.
Der Bürgerkrieg im Jemen hatte 2014 begonnen. Saudi-Arabien griff 2015 mit einer Militärkoalition zugunsten der international anerkannten Regierung ein. Ein 2022 vermittelter Waffenstillstand der Vereinten Nationen hatte die Kämpfe zunächst gedämpft, doch die Gewalt flammte im September 2026 wieder massiv auf. Die Huthis gaben an, seit Beginn der jüngsten Eskalation insgesamt 3123 saudische Luftangriffe und Raketenattacken gezählt zu haben.