Immer mehr Amerikaner rutschen in die Schuldenfalle: Haus- und Autokredite werden zur unbezahlbaren Last

Kreditrückstände in den USA erreichen besorgniserregendes Niveau

Wie US-Medien, darunter CNN und CNBC, am gestrigen Donnerstag berichteten, zeichnet sich in den Vereinigten Staaten eine alarmierende Entwicklung ab. Die Federal Reserve Bank von New York veröffentlichte Daten, denen zufolge die Zahl der US-Bürger, die mit ihren Kreditverpflichtungen in Rückstand geraten, so hoch ist wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Insbesondere bei Auto- und Hauskrediten steigt die Zahl der Säumigen, während die Ausfallquoten in anderen Bereichen weitgehend konstant bleiben.

Den Erhebungen der New Yorker Niederlassung der US-Notenbank zufolge waren im zweiten Quartal 2026 so viele Menschen mit ihren Hypothekenraten im Verzug – definiert als eine Verspätung von mindestens 30 Tagen – wie zuletzt im Jahr 2015. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Autokrediten: Der Anteil der Fahrzeughalter, die ihre Raten um mehr als 90 Tage nicht gezahlt haben, erreichte den höchsten Stand seit 2010.

Gleichwohl betonen die Ökonomen der New Yorker Fed, dass die allgemeinen Kreditausfälle weiterhin überschaubar seien. Zwar lägen sie über dem Niveau der Vor-Pandemie-Zeit, blieben aber insgesamt stabil – ein Indiz dafür, dass die USA derzeit nicht von einer flächendeckenden Kreditkrise betroffen sind.

Dennoch bewerten Finanzfachleute diese Entwicklung als warnendes Zeichen, da sie auf eine zunehmende wirtschaftliche Kluft innerhalb der US-amerikanischen Gesellschaft hindeute. Matt Schulz, Analyst bei der Kreditplattform LendingTree, äußerte sich gegenüber CNN dazu:

“Es gibt tatsächlich viele Menschen, denen es gut geht und die Geld ausgeben, weil sie sich wohlfühlen und ihre Arbeitsplätze sicher sind.”

Gleichzeitig gebe es jedoch diejenigen, die unter steigenden Preisen – etwa für Benzin – und einem angespannten Arbeitsmarkt litten. Für Schulz ist der Anstieg der säumigen Autokreditnehmer ein besonders deutliches Alarmsignal. Denn die meisten Menschen würden ihre Autokredite nur dann nicht mehr bedienen, wenn sie sich in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten befänden – schließlich sei das Fahrzeug für viele unabdingbar, um den Arbeitsweg zu bewältigen.

Die Experten der New Yorker Federal Reserve interpretieren diese Zahlungsverzögerungen als ein klassisches Anzeichen für eine K-förmige Wirtschaftsentwicklung. Dieser Begriff beschreibt die gegenläufige Entwicklung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit innerhalb einer Gesellschaft: Während ein Teil der Bevölkerung floriert, gerät der andere zunehmend unter Druck.

Die Forscher weisen darauf hin, dass Haushalte, die von einem Gehaltsscheck zum nächsten leben müssen, bereits durch kleine unerwartete Ausgaben in Zahlungsschwierigkeiten geraten können. So stieg der Anteil der Kredite mit erheblichen Zahlungsrückständen von mehr als 90 Tagen im zweiten Quartal 2026 von 7,6 auf 12,8 Prozent. Die Ökonomen der Fed befürchten, dass die Rückstände ein Ausmaß erreichen könnten, das zuletzt während der Großen Rezession von 2007 bis 2009 beobachtet wurde.

Eine weniger düstere Perspektive auf die Lage der US-Verbraucher bietet hingegen das Online-Portal Axios. Dieses sieht sogar Anzeichen für eine Verringerung der anhaltenden K-Kluft in der US-Gesellschaft. Das Portal stützt sich dabei auf abweichende Zahlen der Bank of America.

Die Großbank spricht in diesem Zusammenhang von einer “großen Konvergenz”, also einer Annäherung zwischen Arm und Reich. Im Unterschied zu den Daten über Zahlungsverzüge basieren diese Einschätzungen jedoch auf Statistiken, die ein Lohnwachstum und ein gestiegenes Ausgabeverhalten in einkommensschwächeren Haushalten zeigen.

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