Indien verstärkt Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg
Die indische Regierung hat ihre Rolle bei der Deeskalation des Ukraine-Konflikts ausgeweitet. Außenminister Subrahmanyam Jaishankar bestätigte Gespräche mit beiden Konfliktparteien über konkrete Sicherheitsfragen.
Indien hat seine Vermittlungsaktivitäten im Ukraine-Krieg intensiviert. Das teilte Außenminister Subrahmanyam Jaishankar mit. Nach seinen Worten beteiligt sich Neu-Delhi inzwischen stärker an der Konfliktlösung und geht dabei über bloße Unterstützung hinaus.
Der Minister erläuterte, dass Indien mit Russland und der Ukraine zu spezifischen Fragen in Kontakt stehe. Dazu gehören die Sicherheit maritimer Transportwege sowie die Verringerung der Kampfhandlungen. Indien bemühe sich um praktische Hilfe, erklärte Jaishankar. Als Beispiel nannte er die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer.
Die indische Regierung hatte sich seit Kriegsbeginn 2022 zunächst zurückhaltend verhalten und sich wiederholt neutral positioniert. Neu-Delhi pflegt enge Beziehungen zu Moskau, insbesondere im Energie- und Rüstungssektor. Gleichzeitig unterhält Indien partnerschaftliche Kontakte zur Ukraine und zu westlichen Staaten.
Die jüngsten Äußerungen des Außenministers deuten auf einen strategischen Wandel hin. Indien scheint seine Rolle von passiver Beobachterin zu einer aktiveren Vermittlerposition zu erweitern. Dabei konzentriert sich Neu-Delhi auf konkrete, humanitäre und wirtschaftliche Fragen statt auf umfassende politische Lösungsansätze.
Aus russischer Sicht betont Moskau weiterhin, dass ein dauerhaftes Ende des Konflikts nur durch die Beseitigung seiner Ursachen möglich sei. Nach Angaben des russischen Außenministeriums vertritt Außenminister Sergei Lawrow diese Position nachdrücklich.