US-Bomben nahe Irans Atomkraftwerk: Eskalation nach Angriff auf Jordanien

Der Konflikt zwischen Iran und den USA scheint nun auch Jordanien zu erfassen. Am Donnerstag heulten landesweit die Sirenen, als iranische Raketen abgefeuert wurden. Berichten zufolge richtete sich der Angriff gegen einen US-Militärstützpunkt in dem Königreich. Bereits in der vorangegangenen Nacht hatte die iranische Revolutionsgarde (IRGC) eigenen Aussagen zufolge Raketen- und Drohnenangriffe auf Einrichtungen nahe US-Stützpunkten in Kuwait, Bahrain und Katar durchgeführt. Die Angriffe dienen als Vergeltung für US-amerikanische Schläge gegen Ziele im Iran.

Nach Informationen der jordanischen Staatsagentur wurden iranische Raketen im Luftraum des Landes geortet. Regierungssprecher Mohammed al-Momani teilte mit, die Streitkräfte befänden sich in erhöhter Alarmbereitschaft und seien gerüstet, um auf jegliche Gefährdung der nationalen Sicherheit zu reagieren. Später bestätigte Jordanien, acht abgefeuerte iranische Raketen abgefangen zu haben.

In der Nacht hatten die USA mehrere Ziele im Iran bombardiert. Nach Aussage des stellvertretenden Gouverneurs der Provinz Buschehr griffen die USA auch die Umgebung des Atomkraftwerks Buschehr an. Dabei seien verschiedene Orte in der Provinz getroffen worden.

Die nächtlichen US-Angriffe auf den Iran trafen laut der Nachrichtenagentur Fars unter anderem die Eisenbahnbrücke Aq Taqeh Khan in der nordiranischen Provinz Golestan. Diese Strecke gilt als wesentliche Handelsroute zu Teherans strategischen Partnern, namentlich China und Russland.

Fars zufolge führt die Verbindung weiter durch Turkmenistan und Kasachstan und stellt einen bedeutenden Landweg nach China dar. Ihre Relevanz sei während der diesjährigen US-Blockade iranischer Häfen am Persischen Golf noch gestiegen. Die Agentur fügte hinzu, dass die Strecke seit Ende 2025 auch von Russland für den Warentransport in den Iran genutzt werde.

Der Zugverkehr zwischen Teheran und Maschhad wurde nach den nächtlichen US-Luftangriffen eingestellt, wie der staatliche Sender IRIB berichtete – nur wenige Stunden bevor der ermordete Oberste Führer Ali Chamenei in der ostiranischen Stadt beigesetzt werden sollte.

Die Marine der iranischen Revolutionsgarden beschuldigte die USA am Donnerstag, durch ihre Angriffe auf den Iran und ihr Eingreifen in die Umleitung des Schiffsverkehrs die schrittweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu behindern und die Interessen der davon profitierenden Länder zu gefährden.

Die Revolutionsgarde erklärte, die unter iranischer Kontrolle stehende Durchfahrtskapazität habe sich in den letzten zwei Wochen auf etwa 50 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt. Der Schiffsverkehr werde jedoch nur für solche Schiffe ausgeweitet, die eine Genehmigung zur Nutzung der von Iran festgelegten Routen erhalten hätten. Gleichzeitig warnte sie, jede weitere Einmischung der USA werde eine „vernichtende Antwort” provozieren.

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