Iran signalisiert Bereitschaft für IAEA-Inspektionen
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat in Aussicht gestellt, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder ins Land zu lassen. Die Zusage ist an Bedingungen geknüpft.
In einem Interview mit dem US-Sender CBS erklärte Pezeshkian, Inspektionen könnten Teil von Vereinbarungen zur Beendigung des Konflikts werden. Auf die konkrete Frage, ob Besuche von IAEA-Inspektoren in iranischen Einrichtungen möglich seien, antwortete er: „Das ist absolut korrekt." Weiter sagte er, man könne im Rahmen von Verhandlungen entsprechende Abkommen zu diesem spezifischen Thema treffen.
Die Äußerung des iranischen Präsidenten steht im Kontrast zu jüngeren Warnungen aus der diplomatischen Vertretung Russlands in Wien. Der ständige Vertreter Moskaus bei internationalen Organisationen, Michail Uljanow, hatte zu Beginn der Woche erklärt, die Politik der USA mache den Einsatz von IAEA-Inspektoren im Iran gefährlich. Als Begründung führte er an, Washington habe keine Garantien dafür gegeben, dass es Raketenangriffe auf die Islamische Republik einstelle.
Die IAEA-Inspektionen waren in den vergangenen Jahren wiederholt strittig. Der Iran hatte den Inspektoren zeitweise den Zugang zu bestimmten Anlagen verwehrt oder Überwachungstechnik entfernt. Internationale Verhandlungen über das iranische Atomprogramm waren 2015 in einem Abkommen mündet, aus dem die USA unter Präsident Donald Trump 2018 einseitig ausstiegen. Seither gilt das Abkommen faktisch als ausgesetzt.
Die jüngsten Aussagen Pezeshkians deuten auf eine mögliche Öffnung im Atomstreit hin. Allerdings knüpft der iranische Präsident die Bereitschaft zu Inspektionen ausdrücklich an Verhandlungsergebnisse und Vereinbarungen zur Konfliktbeilegung. Ein konkreter Zeitplan oder ein Rahmen für Gespräche wurde nicht genannt.