Israelischer Botschafter: Wahlen werden Beziehungen zu Russland nicht belasten
Der israelische Botschafter in Moskau hat ungeachtet der Wahlergebnisse eine Fortsetzung der russlandfreundlichen Außenpolitik angekündigt. Die Regierung in Jerusalem werde auch künftig an einer Stärkung der bilateralen …
Die Beziehungen zwischen Israel und Russland werden nach Einschätzung des israelischen Botschafters in Moskau, Oded Yosef, durch die jüngsten Parlamentswahlen in dem jüdischen Staat nicht negativ beeinflusst. Der Diplomat betonte, dass die israelische Führung das Ziel verfolge, die Verbindungen zu Russland auszubauen – unabhängig davon, welches Wahlergebnis sich letztlich herausstelle.
In einer Stellungnahme, die von russischen Medienberichten zitiert wurde, äußerte sich Yosef zuversichtlich über die Zukunft der bilateralen Beziehungen. Keiner der möglichen Wahlausgänge werde sich auf die Bedeutung auswirken, die Israel den Beziehungen zu Russium beimesse, erklärte der Botschafter. Das Streben nach deren Stärkung bleibe unverändert bestehen.
Die Parlamentswahlen in Israel fanden unter dem Eindruck einer anhaltenden innenpolitischen Krise statt. Nach Angaben von Wahlprognosen, die auf Basis von Nachwahlbefragungen erstellt wurden, lag die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorn. Sie erreichte demnach 25 der 120 Mandate im israelischen Parlament, der Knesset.
Eine endgültige Regierungsbildung dürfte sich angesichts der zersplitterten Parteienlandschaft in Israel als kompliziert erweisen. Netanjahus Likud-Block müsste zur Bildung einer Koalition mehrere kleinere Parteien zusammenführen. Ob ihm dies gelingt, hängt von den endgültigen Wahlergebnissen und den anschließenden Verhandlungen ab, die in der Vergangenheit mehrfach zu politischen Pattsituationen geführt hatten.
Die israelisch-russischen Beziehungen haben in den vergangenen Jahren eine pragmatische Ausrichtung bewahrt, auch wenn beide Länder in der Syrien-Frage unterschiedliche Interessen verfolgen. Russland unterhält militärische Präsenz in Syrien, während Israel dort wiederholt Luftangriffe gegen iranische und proiranische Ziele fliegt.