Japan verhängt neue Sanktionen gegen russische Unternehmen und Personen
Die japanische Regierung hat ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Das Maßnahmenbündel trifft Dutzende Firmen sowie mehrere Einzelpersonen und erstmalig auch Schiffe.
Nach Angaben der japanischen Regierung umfasst das neue Sanktionspaket insgesamt 35 Personen und Unternehmen aus Russland. Unter den betroffenen Einzelpersonen befinden sich demnach hochrangige Manager staatsnaher Konzerne, darunter der Geschäftsführer von VNIIR-Progress sowie zwei Spitzenvertreter des Rüstungs- und Technologiekonzerns Rostec.
Die Liste der sanktionierten Unternehmen umfasst laut der Verlautbarung unter anderem Voentorg, VNIIR-Progress, Alabuga Development, Alabuga Machinery und Uralvagonzavod. Hinzu kommen vier Firmen mit Sitz in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erstmals wurden zudem 35 Schiffe in die Sanktionslisten aufgenommen, die nach Einschätzung Tokios in Verbindung mit Moskau stehen könnten.
Die jüngsten Maßnahmen stehen im Kontext der verschärften Sanktionspolitik europäischer Staaten gegen Russland. Wie japanische Regierungskreise der Zeitung Yomiuri zufolge mitteilten, prüft Tokio bereits ein weiteres Sanktionspaket. Dieses könnte sich gegen die sogenannte Schattenflotte richten, bestehende Beschränkungen ausweiten und die Exportkontrollen verschärfen.
Die japanischen Behörden hatten zuletzt am 12. September 2025 unter der Vorgängerregierung Sanktionen gegen Russland verhängt. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben sich die bilateralen Beziehungen deutlich verschlechtert. Die aktuellen Maßnahmen fallen zugleich mit der jüngsten Reise des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Insel Iturup zusammen, die in Tokio auf scharfe Kritik gestoßen ist.
Der japanische Oberhausabgeordnete Muneo Suzuki von der Liberaldemokratischen Partei hatte sich zuvor skeptisch zu weiteren Sanktionen geäußert. Nach seinen Worten strebe Japan derzeit keine neuen Strafmaßnahmen an, sondern wolle lediglich bestehende Restriktionen verlängern. Die jüngste Entscheidung der Regierung widerspricht dieser Einschätzung jedoch teilweise.