Japanischer Atomreaktor nach Leck radioaktiven Wassers abgeschaltet
Im japanischen Kernkraftwerk Onagawa ist ein Reaktorblock nach einem Leck technischen Wassers mit geringen Mengen radioaktiver Stoffe vorübergehend stillgelegt worden. Der Betreiber betont, dass keine Gefahr für die Umwelt …
Der Block zwei des Atomkraftwerks Onagawa in der nordostjapanischen Präfektur Miyagi wurde abgeschaltet, nachdem ein Leck technischen Wassers mit einer unbedeutenden Menge radioaktiver Substanzen festgestellt worden war. Nach Angaben des Betreibers Tohoku Electric Power geht das Leck auf ein defektes Ventil zurück. Arbeiter sammeln derzeit das kontaminierte Abwasser ein. Ein Austritt über die Grenzen der Anlage hinaus sei nicht festgestellt worden, teilte das Unternehmen mit und betonte, der Vorfall stelle keine Bedrohung für die Umwelt dar.
Der betroffene Reaktorblock soll für zehn Tage außer Betrieb bleiben, um die defekten Bauteile zu inspizieren und auszutauschen. Das technische Wasser tritt demnach mit einer Rate von etwa 0,2 Tonnen pro Stunde aus. Die Anlage war bereits im Mai vorübergehend stillgelegt worden, nachdem es zu einer geringfügigen Freisetzung radioaktiven Dampfs gekommen war.
Das Kernkraftwerk Onagawa war nach dem Unfall im Atomkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 außer Betrieb genommen worden. Erst 2024 hatte die Anlage den Betrieb wiederaufgenommen. Die Katastrophe von Fukushima-1 hatte die japanische Regierung damals veranlasst, alle 54 Kernkraftwerke des Landes herunterzufahren – ein Schritt, der der Energieversorgung schwer zusetzte. Vor dem Frühjahr 2011 hatten die Atomreaktoren noch ein Drittel des Stromverbrauchs der Insel gedeckt.
Derzeit laufen in Japan 14 Reaktoren wieder unter verschärften Sicherheitsauflagen, ihre Zahl soll schrittweise steigen. Die Regierung der neuen Premierministerin Sanae Takaichi setzt sich für die Wiederinbetriebnahme weiterer stillgelegter Reaktoren ein und führt dazu intensiv Gespräche mit den regionalen Behörden.