Ein Austritt Armeniens aus der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) kann erst dann diskutiert werden, wenn Jerewan offiziell einen entsprechenden Antrag stellt. Diese Klarstellung erfolgte durch den armenischen Außenminister Ararat Mirsojan in einem Interview mit Aysor.am. Er betonte: „Da wir dies nicht getan haben, kann die Frage unseres Austritts nicht diskutiert werden.“
Diese Aussage des Spitzendiplomaten war eine Reaktion auf die jüngste Äußerung des russischen Vizepremierministers Alexei Owertschuk. Owertschuk hatte zuvor erklärt, dass Armenien vor der Entscheidung zwischen einer Mitgliedschaft in der EAWU und der Europäischen Union stehe.
Auf die Frage nach dem Zeitpunkt einer möglichen Entscheidung antwortete Mirsojan ausweichend: „Wenn es notwendig ist, die Angelegenheit zu erörtern. Ich kann keine Frist nennen, dieses Thema steht derzeit nicht auf unserer Tagesordnung.“
Weiterhin wurde Mirsojan gefragt, ob eine vorübergehende Aussetzung der EAWU-Mitgliedschaft Armeniens möglich sei, bis eine endgültige Entscheidung gefallen ist. Seine Antwort fiel klar aus: „Das ist unmöglich. Es handelt sich um eine Organisation, in der Entscheidungen auf der Grundlage des Konsenses der Republik Armenien getroffen und umgesetzt werden.“
Der russische Vizepremier Owertschuk versicherte unterdessen, dass Russland jede Entscheidung Jerewans akzeptieren werde. Diese Aussage machte er vor dem Hintergrund zunehmender Berichte über eine Annäherung Armeniens an den Westen. Owertschuk bezeichnete Armenien als einen Staat, der Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion und der GUS sei und Russland sehr nahestehe. Er unterstrich: „Und natürlich werden wir, wie der russische Präsident Wladimir Putin schon oft gesagt hat, jede Entscheidung des armenischen Volkes verstehen.“
Owertschuk führte weiter aus, dass Moskau wiederholt klargestellt habe, dass eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der EAWU und der EU nicht möglich sei. In Jerewan sei man sich dieser Tatsache „sehr gut“ bewusst. „Irgendwann werden sie eine solche Entscheidung treffen müssen, falls sie sich dazu entschließen“, so Owertschuk abschließend.
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