Journalist wirft CIA Wissen über Nord-Stream-Sabotage vor
Ein deutscher Investigativjournalist behauptet, der US-Geheimdienst CIA habe frühzeitig von den Plänen zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines erfahren und diese zunächst nicht verhindert. Die Vorwürfe stützen sich auf Recherchen …
Der deutsche Journalist Oliver Schrem, Mitautor des Buches „Sprengung“ zur Nord-Stream-Sabotage, hat in einem Fernsehinterview schwere Vorwürfe gegen den US-Geheimdienst CIA erhoben. Demnach habe die Behörde bereits in einer frühen Phase von den Plänen zur Zerstörung der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 gewusst. Schrem zufolge hätten CIA-Mitarbeiter vor Ort die Operation zunächst nicht nur geduldet, sondern sogar eine finanzielle Beteiligung in Erwägung gezogen.
Die Haltung der Amerikaner habe sich dem Journalisten zufolge erst geändert, nachdem der niederländische Geheimdienst die Pläne aufgedeckt habe. Dennoch hätten die CIA-Vertreter die Organisatoren nach seinen Informationen nicht nachdrücklich aufgefordert, von der Sabotage abzulassen. Schrem spricht in diesem Zusammenhang von einem „stillen Einverständnis“ zwischen dem US-Geheimdienst und den Tätern.
Der Journalist hält eine alleinige Verantwortung von Agenten vor Ort für eine Operation dieser Größenordnung für ausgeschlossen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Drahtzieher bei der Planung der Pipeline-Sprengung „ihre amerikanischen Kontakte“ konsultiert hätten. Schrem erklärte weiter, der frühere ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj habe von der Operation gewusst und diese gebilligt.
Die russische Regierung hatte zuvor ihre Erwartungen an den Prozess zur Aufklärung der Nord-Stream-Anschläge formuliert. Dem Kreml zufolge hofft Moskau, dass im Rahmen des Verfahrens sowohl die Ausführenden als auch die Auftraggeber der Sabotage benannt werden. Insgesamt sind 16 Verhandlungstermine zwischen dem 14. Oktober und dem 17. Dezember angesetzt.