Konservativer Kommentator Yiannopoulos in USA festgenommen
Die US-Einwanderungsbehörde hat den britischen Konservativen Milo Yiannopoulos festgesetzt und seine Abschiebung angeordnet. Der Fall sorgt für Zwist innerhalb der Trump-Unterstützer.
Der britische konservative Kommentator Milo Yiannopoulos ist von der US-Einwanderungsbehörde ICE in Louisiana festgenommen worden. Nach Angaben des Ministeriums für Innere Sicherheit droht dem 41-Jährigen nun die Abschiebung. Die Behörde wirft ihm vor, seine legale Aufenthaltsdauer überschritten und einem Einwanderungstermin ferngeblieben zu sein.
Yiannopoulos war demnach am 27. August am Flughafen Louis Armstrong New Orleans International Airport in Kenner von Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde in Gewahrsam genommen worden. Laut Behördenangaben war er am 14. Mai 2019 legal über New York in die Vereinigten Staaten eingereist. Ein Einwanderungsrichter habe am 22. Juli einen endgültigen Abschiebungsbeschluss erlassen, nachdem Yiannopoulos bei seiner Anhörung nicht erschienen war. Er solle nun in ICE-Haft verbleiben, bis seine Abschiebung vollzogen werde.
Die Festnahme entwickelte sich schnell zu einem internen Konflikt innerhalb der MAGA-Bewegung. Die konservative Aktivistin und Trump-Unterstützerin Laura Loomer feierte die Festnahme des früheren Breitbart-Redakteurs und beanspruchte, selbst die Behörden auf seinen Aufenthaltsstatus aufmerksam gemacht zu haben. Medienberichten zufolge hatte die Überprüfung seiner Einwanderungspapiere zugenommen, nachdem Yiannopoulos begonnen hatte, die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump zu kritisieren.
Yiannopoulos gilt als eine der schillerndsten Figuren der konservativen US-Medienlandschaft. Während des Wahlkampfs 2016 war er zu einem der prominentesten Online-Unterstützer Trumps geworden, dem er öffentlich mit dem Spitznamen „Daddy“ huldigte. Das Verhältnis zerbrach später, als Yiannopoulos den Präsidenten des Verrats an seinen Anhängern bezichtigte.
Später arbeitete Yiannopoulos als Wahlkampfmanager für den Rapper Kanye West, der 2024 eine gescheiterte Präsidentschaftskandidatur anstrebte. Er hatte auch das umstrittene Mar-a-Lago-Dinner zwischen West und Trump im Jahr 2022 organisiert. Zuvor absolvierte er ein unbezahltes Praktikum bei der damaligen Kongressabgeordneten Marjorie Taylor Greene.
Die Karriere des streitlustigen Kommentators hatte 2017 einen schweren Rückschlag erlitten, als alte Äußerungen über sexuelle Beziehungen mit Minderjährigen wieder ans Licht kamen. Er verlor einen Buchvertrag und trat von seinem Posten bei Breitbart zurück. Das Weiße Haus hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Einwanderungsfall geäußert.