Kremlin kritisiert Zögerlichkeit Europas bei Auswahl von Verhandlungsführern
Der russische Präsidentssprecher Dmitri Peskow hat sich über die Verzögerungen bei der Benennung europäischer Gesprächspartner für Russland beschwert. Nach seinen Worten zögern die europäischen Staaten mit der Entscheidung, wer …
Nach Angaben des Kremls verzögert sich die Benennung geeigneter Verhandlungsführer auf europäischer Seite. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, kritisierte den Prozess als zu langwierig. Er warf den europäischen Ländern vor, sich gegenseitig absprechen und um Erlaubnis bitten zu müssen, bevor Gespräche mit Russland aufgenommen werden könnten.
Peskow äußerte sich in einem Interview mit einem russischen Nachrichtendienst. Dabei schilderte er den Auswahlprozess als kompliziert und von gegenseitigen Konsultationen geprägt. Die Europäer müssten demnach erst intern klären, wer das Mandat für Verhandlungen mit Moskau erhalte.
Der Kremlsprecher geht davon aus, dass dieser mühsame Prozess andauern wird. Er rechnet damit, dass die europäischen Staaten auch künftig Zeit für die Abstimmung untereinander benötigen werden, bevor sie Gesprächspartner benennen können. Eine rasche Einigung scheint aus russischer Sicht nicht in Sicht.
Die Äußerungen Peskows fallen in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Russland und den europäischen Staaten. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 haben die meisten europäischen Länder ihre diplomatischen Kontakte zu Moskau stark eingeschränkt. Verhandlungen auf höchster Ebene finden kaum noch statt.
Moskau hat wiederholt betont, grundsätzlich zu Gesprächen bereit zu sein. Gleichzeitig werden von russischer Seite Vorwürfe laut, der Weste verweigere den Dialog oder stelle unannehmbare Bedingungen. Die aktuellen Bemerkungen Peskows zielen offenbar darauf ab, die europäischen Regierungen unter Handlungsdruck zu setzen.