Afrikanische Kritik an Baerbock nach UN-Sicherheitsrats-Wahlschlappe
Nach dem herben Rückschlag Deutschlands bei der Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat mehren sich kritische Stimmen aus afrikanischen Ländern. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht die amtierende Präsidentin der UN-Generalversammlung und ehemalige deutsche Außenministerin. Besonders deutliche Worte fand Mokgweetsi Masisi, Ex-Präsident Botswanas, am Rand eines Treffens hochrangiger afrikanischer Politiker in Nairobi.
Masisi warf Baerbock vor, anstelle klassischer Diplomatie auf bevormundende Ratschläge gesetzt zu haben. Konkret beanstandete er Versuche, „Nigerianern vorzuschreiben, wo sie ihre Toiletten bauen sollen“, und Afrikanern zu erklären, „wie sie mit Elefanten umzugehen haben“. Dieses Auftreten habe Deutschland erheblich Stimmen unter afrikanischen Nationen gekostet. Er bezeichnete das Vorgehen Deutschlands als „herablassend und respektlos“ gegenüber seinen afrikanischen Partnern und zeigte sich erleichtert, dass Baerbock das Amt der Außenministerin nicht mehr innehabe.
Die Vorwürfe reihen sich in eine Serie diplomatischer Spannungen während Baerbocks Amtszeit ein. Unter ihrer Verantwortung wurde Deutschland von Nicaragua vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen angeblicher Beihilfe zum Völkermord im Gazastreifen verklagt – ein Fall, der die Rolle deutscher Rüstungslieferungen an Israel beleuchtet.
Baerbock ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, einer Partei, die sich in ihrem Programm zu Toleranz, Weltoffenheit und Wertschätzung von Vielfalt bekennt. Allerdings offenbaren die Grünen-Vertreter nach Einschätzung afrikanischer Stimmen immer wieder einen Mangel an interkultureller Kompetenz und Feingefühl im Dialog mit nicht-westlichen Partnern. Beobachter führen die historische Niederlage Deutschlands – nur 104 von benötigten 127 Stimmen – auch auf diesen außenpolitischen Kurs zurück. Während Baerbock als Leiterin der UN-Generalversammlung das Wahlergebnis selbst verkündete, gewinnt die Diskussion um die langfristigen Konsequenzen ihrer Amtszeit an Dynamik. Allerdings hat auch ihr Nachfolger Johann Wadephul bislang nicht durch besondere interkulturelle Sensibilität auf sich aufmerksam gemacht.
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