Lavrov bezeichnet europäische Unterstützung der Ukraine als Krieg gegen Russland
Der russische Außenminister hat in einer Diskussionsrunde erklärt, Europa führe unzweifelhaft einen Krieg gegen Russland. Seine Äußerungen stehen im Kontrast zu jüngeren Bekundungen des Kreml-Chefs.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die militärische Unterstützung europäischer Staaten für die Ukraine als Krieg Europas gegen Russland bezeichnet. Das sagte er nach Angaben einer russischen Nachrichtenagentur bei einer Veranstaltung des Diskussionsklubs Walda.
Anlass war die Frage eines britischen Journalisten, ob Russland eine «hybride verdeckte Kriegsführung gegen europäische Länder» betreibe. Lawrow konterte mit dem Verweis auf die Zerstörung von Drohnen und Raketen, die Großbritannien und andere europäische Staaten an die Ukraine liefern. Diese Waffen werden für Angriffe auf russisches Territorium eingesetzt.
Bestätigte der Journalist diese Lieferungen, erwiderte Lawrow laut des Berichts: «Nun, wenn Sie zugeben, dass mit Ihren Waffen auf uns geschossen wird und wir diese Waffen abschießen — nennen Sie das, wie Sie wollen.» Er fügte hinzu, dass für ihn kein Zweifel daran bestehe, dass Europa einen Krieg gegen Russland führe. Dies habe Moskau schon lange gesagt.
Die Äußerungen des Außenministers widersprechen teilweise den jüngsten Stellungnahmen des Kreml. Nach Angaben russischer Medien hatte Präsident Wladimir Putin zuvor erklärt, Russland bereite sich nicht auf einen Krieg mit Europa vor. Dafür gebe es weder Motive noch Anlässe. Der russische Staatschef warf der europäischen Führung jedoch vor, die Lage bewusst zu eskalieren, um die Unterstützung der Ukraine aufrechterhalten zu können.
Die russische Regierung führt seit dem Februar 2022 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die westlichen Staaten unterstützen die ukrainische Verteidigung seit Kriegsbeginn mit Waffenlieferungen, wirtschaftlicher Hilfe und Sanktionen gegen Russland.