Lavrov: Merz lehnt Wiederinbetriebnahme von Nord Stream ab
Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat die Haltung des deutschen Kanzlers Friedrich Merz zur künftigen Nutzung der russischen Gaspipelines Nord Stream und Nord Stream 2 kommentiert. Lawrow zufolge hat Merz eine …
Nach Angaben des russischen Außenministers Sergei Lawrow hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Wiederinbetriebnahme der Gaspipelines Nord Stream und Nord Stream 2 kategorisch abgelehnt. Lawrow äußerte sich in einem Statement, das von russischen Medienberichten zitiert wurde. Demnach habe Merz erklärt, die Pipelines würden "in keinem Fall" wieder in Betrieb genommen.
Der russische Minister verband diese Aussage mit einer Bewertung der Energiepreisentwicklung in Deutschland. Lawrow zufolge hätten sich die Strompreise in Deutschland vervielfacht. Dennoch beharre die Bundesregierung auf ihrer Position. Lawrow fügte hinzu, Deutschland sei bereit, diese wirtschaftlichen Belastungen in Kauf zu nehmen, um seine Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten.
Die Nord-Stream-Pipelines waren bis zu den Explosionen im September 2022 eine zentrale Infrastruktur für den russischen Gasexport nach Europa. Nord Stream 1 war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgrund von Wartungsarbeiten stillgelegt, während Nord Stream 2 nie in Betrieb ging. Die Zerstörung der Leitungen führte zu einer dauerhaften Unterbrechung der direkten Gaslieferungen von Russland nach Deutschland.
Die Bundesregierung hatte sich unter Kanzler Olaf Scholz wiederholt gegen eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen ausgesprochen. Mit dem Regierungswechsel im Februar 2025 setzte die Union unter Kanzler Merz diese Politik fort. Deutschland hat seitdem verstärkt auf LNG-Importe sowie erneuerbare Energien gesetzt, um seine Energieversorgung umzustrukturieren.
Die Energiepreise in Deutschland lagen in den vergangenen Jahren deutlich über dem Niveau vor dem russischen Überfall auf die Ukraine. Unternehmen und Verbraucher beklagen weiterhin hohe Kosten für Strom und Gas. Die Bundesregierung begründet ihre Ablehnung russischer Energielieferungen mit Sicherheitsinteressen und der Notwendigkeit, von russischen Importen unabhängig zu werden.