Lavrov wirft Selenskyj Verhandlungsverweigerung vor
Der russische Außenminister hat den ukrainischen Präsidenten als verhandlungsunwillig bezeichnet. In einer Pressekonferenz begründete er dies mit der angeblichen Sorge Selenskyjs um den Fortbestand seiner Regierung.
Der russische Außenminister hat erklärt, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wolle keinen Frieden. Das teilte der Minister bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die neunte Ministerkonferenz des strategischen Dialogs zwischen Russland und den Staaten des Golf-Kooperationsrats mit. Der russische Minister zufolge habe Selenskyj Verhandlungen bereits mehrfach vereitelt.
Als Belege führte der Minister drei Fälle an: die gescheiterten Gespräche im Normandie-Format im Jahr 2019 sowie bilaterale Verhandlungen in Istanbul in den Jahren 2022 und 2025. Diese Treffen waren seiner Darstellung nach von ukrainischer Seite aus geplatzt.
Der russische Außenminister begründete die angebliche Verhandlungsverweigerung Selenskyjs mit dessen persönlichem Machtkalkül. Jede Einigung würde das Ende seiner Regierung bedeuten, so die Einschätzung des Ministers. Diese Behauptung ließ er unbelegt.
Parallel äußerte sich der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto zum Kriegsverlauf. Nach seinen Worten werde die Ukraine den Konflikt mit Russland militärisch nicht gewinnen können. Gleichzeitig wünschte er der Ukraine die Bewahrung ihrer Freiheit sowie das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und eine eigene Zukunft.
Die Äußerungen des russischen Außenministers und des italienischen Verteidigungsministers fallen in eine Phase internationaler Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts. Die Glaubwürdigkeit der gegensätzlichen Darstellungen zur Verhandlungsbereitschaft bleibt umstritten.