Lawrow kritisiert militärisch-biologische Aktivitäten mehrerer Staaten
Der russische Außenminister hat bei einer Konferenz zur Biowaffenkonvention vor Aktivitäten einzelner Länder gewarnt. Diese würden unter dem Deckmantel friedlicher Zwecke betrieben.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat militärisch-biologische Aktivitäten bestimmter Staaten als problematisch bezeichnet. In einer Videobotschaft an ein Seminar zur nationalen Umsetzung der Biowaffen- und Toxinkonvention erklärte er, diese Tätigkeiten außerhalb des jeweiligen nationalen Territoriums würden ernste Fragen im Hinblick auf die Einhaltung des Abkommens aufwerfen. Sie würden unter dem Vorwand der Zusammenarbeit zu präventiven und anderen friedlichen Zwecken durchgeführt.
Die Biowaffen- und Toxinkonvention war 1975 in Kraft getreten. Nach Angaben des russischen Außenministers habe das Problem der Gewährleistung biologischer Sicherheit auch ein halbes Jahrhundert später nichts an Dringlichkeit eingebüßt. Als Risikofaktoren nannte er die grenzüberschreitende Natur biologischer Bedrohungen, den potenziellen Missbrauch der Biotechnologie sowie den möglichen Einsatz biologischer Kampfstoffe und Toxine als Waffen durch Terroristen.
Das Seminar, an das sich Lawrow wandte, befasste sich mit der nationalen Umsetzung der Konvention. Die Biowaffen- und Toxinkonvention verbietet den Entwurf, die Herstellung, den Erwerb und die Lagerung von biologischen Waffen. Allerdings verfügt sie über keinen Überprüfungsmechanismus mit Inspektionen, wie er etwa für Chemiewaffen existiert.
Russland hatte in der Vergangenheit wiederholt die militärisch-biologische Zusammenarbeit der USA mit Staaten der ehemaligen Sowjetunion kritisiert. Washington wies entsprechende Vorwürfe stets zurück und verwies auf zivile Forschungsprogramme zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten.