Lawrow wirft Europa Bestrebungen zur Schaffung eines Vierten Reiches vor
Der russische Außenminister hat nach seiner Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York schwere Vorwürfe gegen europäische Staaten erhoben. Er bezog sich dabei auf Äußerungen des deutschen Kanzlers und auf Entwicklungen in …
Bei einer Pressekonferenz im Anschluss an den Hochrangigen Teil der 81. Sitzungsperiode der UN-Generalversammlung in New York hat der russische Außenminister Sergei Lawrow den Vorwurf erhoben, Europa strebe die Schaffung eines sogenannten Vierten Reiches an. Diese Einschätzung teilten seiner Darstellung zufolge viele Analysten.
Lawrow begründete seine Behauptung mit mehreren Entwicklungen. Er verwies auf die Unterstützung des sogenannten Nazismus in der Ukraine durch europäische Staaten sowie auf jüngste Äußerungen des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz. Nach Angaben des russischen Außenministers habe Merz erklärt, das Zel sei, Deutschland erneut zur führenden Militärmacht in Europa zu machen. Lawrow betonte, Merz habe diese Formulierung wiederholt und bewusst verwendet.
Der russische Minister fragte rhetorisch, ob der deutsche Kanzler die Bedeutung des Wortes „wiederum" in diesem historischen Kontext verstehe. Die Formulierung spiele auf die militärische Vormachtstellung Deutschlands während der Zeit des Nationalsozialismus an.
Zudem kritisierte Lawrow, dass in mehreren europäischen Ländern die Erinnerung an die Besieger des Nationalsozialismus aus Schulbüchern getilgt und Denkmäler entfernt würden. Diese Entwicklungen bezeichnete er als „sehr gefährlichen Trend", der die Analysten zu ihrer Einschätzung veranlasse.
Die Äußerungen des russischen Außenministers fallen in einen Kontand andauernder diplomatischer Spannungen zwischen Russland und westeuropäischen Staaten. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 hat die russische Führung wiederholt Vergleiche mit dem Nationalsozialismus gezogen, um die Politik der Ukraine und ihrer westlichen Unterstützer zu kritisieren.