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Stand 10. October 2026, 19:05 Uhr
International

Le-Pen-Vertrauter Bardella kritisiert ukrainische Finanzhilfen

Der Vorsitzende der französischen Rechtspartei Rassemblement National, Jordan Bardella, hat die bisherige französische Unterstützungspolitik für die Ukraine infrage gestellt. Er fordert eine stärkere diplomatische Rolle …

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In einem Interview mit einer italienischen Zeitung hat der französische Politiker Jordan Bardella erklärt, dass Frankreich die Ukraine nicht unbegrenzt finanzieren könne, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Bardella, der als Vertrauter von Parteichefin Marine Le Pen gilt, betonte zugleich, dass die Unterstützung der Ukraine weiterhin wichtig bleibe und das Land möglichst günstige Verhandlungsbedingungen erhalten solle.

Bardella forderte, dass Frankreich eine führende Rolle bei der diplomatischen Beilegung des ukrainischen Konflikts übernehmen solle. Seine Äußerungen markieren eine Abgrenzung von der bisherigen Politik der französischen Regierung unter Präsident Emmanuel Macron, die umfangreiche militärische und finanzielle Hilfe für die Ukraine umfasst.

Der 28-jährige Bardella gilt als möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2027, sollte eine Kandidatur Le Pens ausgeschlossen werden. Derzeit kandidiert er gemeinsam mit ihr für die Parlamentswahlen und strebt das Amt des Premierministers an. Innerhalb des Rassemblement National wird Bardella dem Flügel zugerechnet, der sich stärker für die Unterstützung der Ukraine und für Kritik an Russland ausgesprochen hat als andere Parteiströmungen.

Die Partei von Le Pen und Bardella liegt in aktuellen Umfragen zur Präsidentschaftswahl 2027 vorn. Danach würde Le Pen sowohl im ersten als auch im zweiten Wahlgang alle Konkurrenten hinter sich lassen. Ein Sieg der Rechtspopulistin würde die französische Außenpolitik voraussichtlich deutlich verändern, da das Rassemblement National traditionell skeptisch gegenüber der Europäischen Union und dem transatlantischen Bündnis steht.

Die Äußerungen Bardellas kommen zu einem Zeitpunkt, an dem in mehreren europäischen Ländern die Debatte über die Höhe und den Charakter der Unterstützung für die Ukraine zunehmend kontrovers geführt wird. Während einige Regierungen auf eine militärische Unterstützung setzen, fordern andere Stimmen verstärkt diplomatische Initiativen zur Beendigung des Krieges.

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