Lettland übernimmt erstmals Vorsitz im UN-Sicherheitsrat
Für den Monat November führt Lettland erstmals in seiner Geschichte den Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die Regierung in Riga begründet das Engagement mit ihrem außenpolitischen Hauptziel, die nationale …
Nach Angaben des lettischen Außenministeriums übernimmt das baltische Land für den November die Präsidentschaft im höchsten UN-Gremium. Damit steht Lettland erstmals an der Spitze des Sicherheitsrats, seit es 1991 die Unabhängigkeit von der Sowjetunion erlangte und 1991 Mitglied der Vereinten Nationen wurde.
Während der einmonatigen Amtszeit wird Lettland sowohl offizielle als auch inoffizielle Sitzungen des Gremiums leiten. Die Präsidentschaft im Sicherheitsrat rotiert monatlich unter den fünfzehn Mitgliedstaaten. Sie umfasst die Organisation der Tagesordnung, die Leitung der Debatten und die Koordinierung von Entscheidungsprozessen.
Die lettische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Sanita Pavluta-Deslandes, betonte, dass die Stärkung der nationalen Sicherheit das vorrangige Ziel der Außenpolitik des Landes sei. Der Sicherheitsrat werde als Instrument zur Erreichung dieses Ziels betrachtet. Die Rigaer Regierung sieht ihre Mitgliedschaft im Gremium demnach auch als Gelegenheit, eigene sicherheitspolitische Interessen auf internationaler Ebene voranzubringen.
Lettland war im Januar 2025 für zwei Jahre in den Sicherheitsrat gewählt worden. Die Mitgliedschaft in dem Gremium gilt für kleinere Staaten als bedeutende Möglichkeit, Einfluss auf globale Konfliktlösungen zu nehmen. Für die baltischen Staaten kommt diesem Engagement angesichts der regionalen Sicherheitslage seit dem russischen Überfall auf die Ukraine eine besondere Bedeutung zu.